Sicherheitslücken

Die Wohnung für den Urlaub sichern

Alle sechs Minuten wird irgendwo in Deutschland eingebrochen. Die Statistik des Bundeskriminalamts verzeichnet jedes Jahr mehr als 100 000 Wohnungseinbrüche. Pro 100 000 Einwohner werden je nach Bundesland bis zu 438 Menschen Opfer eines "Wohnungseinbruchsdiebstahls", wie das Vergehen im Amtsdeutsch genau heißt. Ein beliebtes Angriffsziel von Einbrechern sind Privatimmobilien gerade zur Urlaubszeit.

Während die Bewohner in der Sonne ihre Ferien genießen, mehren sich schließlich daheim die Zeichen ihrer Abwesenheit: Überquellender Briefkasten, knöchelhoher Rasen und ständig geschlossene Rollläden lesen sich wie eine Einladung für Kriminelle. Die Bausparkasse Badenia hat die wichtigsten Maßnahmen zusammengestellt, mit denen man Einbrechern das Leben - nicht nur während des Urlaubs - deutlich schwerer machen kann.

Einbrecher schlagen meist vor allem dort zu, wo sie schnell und mit geringem Risiko zum Ziel kommen. Die Schwachstellen sind fast überall die gleichen: In 80 Prozent aller Fälle kommen Diebe über die Terrassentür oder durch ein Fenster. Anders als in Krimis dargestellt, wird dabei meist keine einzige Scheibe eingeschlagen. Denn: Der dabei entstehende Lärm würde viel zu viel Aufmerksamkeit erregen.

Gerade bei älteren Fenstern reicht zum Aufhebeln oft ein einfacher Schraubenzieher, und schon ist der Zugang frei. Auch das Garagentor ist ein beliebter "Einstiegspunkt" bei Häusern, in denen der Autostellplatz in das Gebäude integriert ist. Die meisten elektronisch gesteuerten Tore lassen sich leicht überwinden, und die Verbindungstür zwischen Garage und Haus ist meist unzureichend gesichert.

Sicherheitslücken schließen

Absolute Sicherheit vor Einbrechern gibt es nicht. Die Erfahrung zeigt aber, dass die meisten schnell das Weite oder ein anderes Ziel suchen, wenn sie auf unerwartete Hindernisse stoßen. Bereits mit wenigen gezielten Maßnahmen lassen sich die größten Sicherheitslücken schließen. "Je nach Lage des Hauses sollten Fenster der Widerstandsklasse 2 oder sogar 3 verwendet werden", rät Bauexperte Jochen Ament. Die verstärkten Rahmen halten auch Angriffen mit Werkzeugen deutlich länger stand. Die Kosten für einbruchhemmende Ein- und Umbauten beginnen bei rund 200 Euro pro Fenster, wenn man sich für einen Austausch der Fenster entscheidet.

Auch Terrassen- und Kellertüren sind meist empfindliche Ziele, bei denen Bedarf zum Nachrüsten besteht. Hier sind mindestens 700 Euro für eine neue Tür einzuplanen. Positiver Nebeneffekt des Fenster- und Türaustauschs: Meist ist die Wärmedämmung der neuen Fenster wesentlich besser. Das senkt nachhaltig die Heizkosten im Haus.

Wenn sich im Haus besondere Wertgegenstände befinden, lohnt sich zusätzlich der Einbau einer Alarmanlage und eines Safes. In Kombination mit modernen Türen und Fenstern bietet eine Alarmanlage größtmöglichen Schutz vor unerwünschten Eindringlingen. Professionelle Alarmanlagen sind ab etwa 1500 Euro im Fachhandel erhältlich. "Grundsätzlich sollte man sich bei der Auswahl und dem Einbau der Alarm- und Schließanlage von Sicherheitsexperten beraten lassen, um den passenden Schutz für die eigene Immobile zu erhalten", empfiehlt Jochen Ament. Was viele nicht wissen: Die Investition in die Einbruchssicherung einer Immobilie lässt sich sogar durch einen Bausparvertrag mit einer kurzen Laufzeit finanzieren. Beim Tarif Via Badenia 06 kann die Auszahlung zum Beispiel schon nach zwölf Monaten erfolgen.

Elektronisch gesteuerte Jalousien

Diese fünf Dinge gehören auf jeden Fall zu einer "Checkliste Einbruchsicherheit", die man vor dem Urlaub abarbeiten sollte - denn wer verreist, sollte vor allem dafür sorgen, dass zu Hause alles seinen gewohnten Gang geht. Beziehungsweise: zu gehen scheint. Dann kommen Einbrecher erst gar nicht auf die Idee, ihr "Glück" zu versuchen:

Jalousien sollten auf und zu gemacht werden: Ständig heruntergelassene Rollläden halten Einbrecher keine Sekunde auf, sind aber eine permanente Einladung. Einfachste Lösung: Nachbarn oder Bekannte bitten, die Jalousien morgens zu öffnen. Alternativ bietet der Fachhandel elektronisch gesteuerte Modelle an.

Briefkasten leeren: Volle Postkästen stechen nicht nur Ganoven als erstes ins Auge. Wer länger verreist ist, sollte deshalb eine Vertrauensperson bitten, regelmäßig die Post zu entnehmen - oder bei der Post für die Zeit der Abwesenheit einen Lagerauftrag erteilen.

Anrufbeantworter sollten während der Abwesenheit der Bewohner immer ausgeschaltet werden. Eine Abwesenheitsnotiz auf dem Anrufbeantworter ist ein Freifahrtschein für potenzielle Einbrecher. Am besten sollte man das Gerät ausschalten oder von fern so oft abhören und Aufsprachen löschen, damit niemand Verdacht schöpfen kann. Oder der zum Blumengießen kommende Nachbar hört das Band ab und notiert Anrufe.

Wer länger verreist, sollte kurz vor der Abfahrt noch einmal den Rasen trimmen oder einen Nachbarn bitten, zwischendurch das Grün zu schneiden. Auch ein langer Rasen verrät Urlauber.

Versicherungssumme überprüfen

Trotz aller Täuschung lässt sich aber nie ganz verhindern, dass doch noch ein Einbruch passiert und Wertsachen gestohlen werden. Darum haben eben größere Mengen Bargeld im Haus nichts verloren. Auch Notebook und Schmuck sollten immer weggeschlossen oder sogar in einem Bankschließfach deponiert werden.

Wenn dann aber doch eingebrochen wurde, ersetzt eine Hausratversicherung zumindest den finanziellen Schäden. Wichtig dabei ist in jedem Fall, regelmäßig die Versicherungssumme für das Eigenheim oder die Wohnung an den aktuellen Wert der Einrichtungs- und Wertgegenstände anzupassen und zu überprüfen, ob man generell hoch genug gegen Schäden wie Diebstahl abgesichert ist.

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