Novellierung

Honorare für Wertgutachten können frei verhandelt werden

Die Honorare für Immobilienwertgutachten sind seit rund eineinhalb Jahren nicht mehr in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) erfasst, nachdem die einschlägige Vorschrift im Zuge der letzten HOAI-Novellierung ersatzlos gestrichen worden ist.

Seitdem sind die Preise für Wertgutachten von Immobiliensachverständigen grundsätzlich frei verhandelbar. Eine neue Honorarrichtlinie des Bundesverbandes öffentlich bestellter Sachverständiger soll als unverbindliche Empfehlung Gutachtern und Auftraggebern helfen, eine angemessene Vergütung zu finden. "Sie soll eine Orientierungshilfe für Sachverständige in der Immobilienbewertung sein. Wir denken dabei insbesondere an jüngere Kollegen, die neu in der Immobilienbewertung sind. Darüber hinaus ist unsere Richtlinie auch für Auftraggeber eine praktische Hilfe bei der Honorarfindung", sagt BVS-Vizepräsident Bernhard Bischoff.

Die Richtlinie geht von einem Mindesthonorar von 750 Euro für ein Wertermittlungsgutachten mit einem Gegenstandswert von bis zu 100 000 Euro aus. Damit soll die Erarbeitung eines Gutachtens zu wirtschaftlich auskömmlichen Bedingungen ermöglicht werden. Denn wird der Leistungs- durch einen Preiswettbewerb verdrängt, geht das zweifelsfrei zu Lasten der Qualität des Gutachtens und zum Nachteil des Kunden. Die empfohlenen Honorare steigen mit dem Immobilienwert und klar definierten Besonderheiten bei der Auftragsbearbeitung. Je nach Schwierigkeitsgrad und Aufwand können sie höher aber auch geringer ausfallen.