Urteil

Vermieter haftet nicht für riskantes Kinderspiel

Die Verkehrssicherungspflicht eines Vermieters hat in seinem Mietshaus auch Kindern gegenüber Grenzen.

So haftet beispielsweise ein Hauseigentümer nicht für Schäden, die daraus entstehen, dass ein Treppengeländer zum Hinunterrutschen missbraucht wird, informiert die Quelle Bausparkasse über ein Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken (Az. 4 U 126/06-36).

In einem Mietshaus war ein zwölfjähriges Mädchen bei einer Rutschpartie auf dem Treppengeländer in die Tiefe gestürzt und hatte sich eine schwere Kopfverletzung zugezogen. Daraufhin forderten die Eltern Schmerzensgeld, weil der Vermieter das Treppenhaus angeblich nicht genug gesichert habe und somit seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen sei.

Die Klage wurde vom Saarbrücker OLG jedoch zurückgewiesen. Wenn eine Treppe mit einem Geländer und einem Handlauf versehen ist, so treffe den Hausbesitzer nur die Pflicht, sie instand zu halten. Bei deutlich erkennbaren Gefahren scheide die Verkehrssicherungspflicht aus. Die Gefahr des Abstürzens beim Rutschen auf dem Geländer lag nach Meinung der Richter auf der Hand. So eine Gefahrenquelle sei auch für ein zwölfjähriges Kind offensichtlich. Hier sei es eher Aufgabe der Eltern, auf ihre Kinder dahingehend einzuwirken, dass sie so gefährliche Handlungen unterlassen.