Finanzierung

Viele Bauherren haben kein Eigenkapital

Wohneigentum steht auf der Wunschliste der Deutschen ganz oben. Jeder Dritte träumt vom eigenen Zuhause und plant bereits den Kauf, geht aus einer Forsa-Umfrage für den Allianz-Konzern hervor. Jeder zweite Planer eines Eigenheims beschäftigt sich demnach schon intensiv mit der Finanzierung.

Denn nur die wenigsten haben so viel Eigenkapital, um den vollen Kaufpreis sofort zu bezahlen oder die laufenden Baukosten zu tragen. Jeder fünfte Eigenheim-Planer will den Erwerb oder den Bau sogar voll finanzieren, ergab die Umfrage, die Aufschluss über Interessen und Finanzkraft der künftigen Immobilienkäufer geben soll.

Überraschend für die Umfrage-Auftraggeber war dieser hohe Anteil von 20 Prozent von Interessenten ohne Eigenkapital, die eine sorgsame Betreuung durch die Kreditinstitute erforderlich macht, schloss man sofort. Die meisten Interessenten - immerhin 79 Prozent - setzen auf die klassische Baufinanzierung mit Zins und Tilgung.

Der Großteil der Befragten (81 Prozent) findet den Besitz einer Immobilie attraktiv. Mehr als jeder Dritte im Alter zwischen 18 und 50 Jahren hat entweder schon über den Kauf eines Eigenheims nachgedacht (21 Prozent) oder sogar schon konkrete Anschaffungspläne für die kommenden fünf Jahre (17 Prozent).

Wohnen im Alter, ohne Miete bezahlen zu müssen, und der Wunsch nach Unabhängigkeit sind die meisten Gründe für den Erwerb einer Immobilie. Für die 26- bis 50-Jährigen ist die Aussicht auf Mietfreiheit der Hauptgrund, sich ein Eigenheim anzuschaffen. Wer jünger ist, will vor allem in den eigenen vier Wänden unabhängig sein. Maßgeblich für den Kauf sind für 14 Prozent der Befragten auch die steigenden Mieten. Nur für 15 Prozent kommt eine eigene Immobilie überhaupt nicht in Frage.

Verzicht auf Anschaffungen

Für ein Eigenheim würden die meisten 18- bis 25-Jährigen auf größere Anschaffungen verzichten, die 26- bis 50-Jährigen dagegen eher auf teure Freizeitaktivitäten. "Die Ergebnisse zeigen, dass auch junge Menschen auf Vieles verzichten würden, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen, am wenigsten aber auf die Vorsorge im Alter. Denn sie wissen, wie wichtig es ist, möglichst früh konstant den Aufbau der eigenen finanziellen Absicherung einzuplanen", kommentiert Peter Haueisen von Allianz Leben.

Die, die sich noch nicht für ein Eigenheim entschieden haben, nennen als häufigste Gründe für ihr Zögern fehlende finanzielle Mittel (81 Prozent) und zu hohe laufende Kosten (40 Prozent). Mehr als ein Drittel meinen, der Immobilienerwerb werde unzureichend vom Staat gefördert. Etwa genauso viele zögern mit Blick auf die Entwicklung der Zinsen und Kreditraten.

Eine Job- und Gehaltsgarantie würden neun von zehn Interessierten dagegen helfen, den Immobilienkauf zu realisieren. Staatliche Fördermittel oder steuerliche Vorteile könnten ebenfalls ausschlaggebend für den Erwerb sein. "Den wenigsten Menschen ist bekannt, dass sie eine Riester-Rente flexibel für den Erwerb eines Eigenheims einsetzen können", stellt zudem Finanzierungsexperte Haueisen fest. "Kaum einer weiß, dass er ein Darlehen mit staatlicher Riester-Förderung zu den gleichen Zinskonditionen bekommt wie ein ungefördertes Darlehen."

Drei Aspekte sind allen Eigenheim-Planern bei der Finanzierung gleichermaßen wichtig: die Absicherung der Familie und der Finanzierung gegen unvorhergesehene Ereignisse, weiter die Möglichkeit, mit Sondertilgungen die Gesamtschuld schneller zu verringern und außerdem Zinssicherheit, das heißt gleich bleibende Zinsen über die gesamte Finanzierungsdauer.