Energie

Drei große Irrtümer rund um energetische Modernisierungen

Populäre Irrtümer sind wie Unkraut - sie sind schwer auszurotten. Auch bei der energetischen Modernisierung halten sich hartnäckig immer wieder kolportierte Fehleinschätzungen.

"Diese Irrtümer können Eigentümer viel Geld kosten und im schlimmsten Fall sogar ihre Gesundheit gefährden", weiß Schwäbisch-Hall-Energieexperte und Architekt Sven Haustein aus Erfahrung. Seine Checkliste der drei besonders häufigen Missverständnisse.

1. "Neue Fenster sind schuld an Schimmel": Nicht die Fenster sind schuld, sondern falsches Lüftungsverhalten. Heutige Isolierglasfenster sind - anders als ältere durchlässige Fenster - fast vollkommen luftdicht. Damit Feuchtigkeit aus der Raumluft abziehen und durch Frischluft ersetzt werden kann, muss viel öfter gelüftet werden. Der beste Schutz vor Schimmel ist mehrmals tägliches Stoßlüften.

2. "Wegen neuer Dämmung können Wände nicht mehr atmen": Wände atmen nicht, sie sind luftdicht - ob mit oder ohne neue Dämmung. Zu beachten ist aber, dass eine nachträgliche Wärmedämmung sehr sorgfältig und professionell angebracht wird, damit in der Raumluft enthaltener Wasserdampf zusammen mit der Wärmeströmung "schadensfrei" durch das Bauteil wandern kann.

3. "Statt Modernisierung lieber im Winter Heizung abdrehen und Strickjacke anziehen": In einem weitestgehend wärmebrückenfrei konstruierten Neubau geht das - schließlich spart jedes Grad weniger Raumtemperatur etwa sechs Prozent Heizenergie. Im Altbau kann diese Idee aber verheerende Folgen haben: Je geringer die Raumtemperatur, desto kälter werden die Oberflächen der Außenbauteile. Die Folge kann erhöhte Schimmelbildung sein, weil sich die Feuchtigkeit aus der Raumluft an den kalten Stellen leichter niederschlägt.