Schadenersatz

Nach Reparaturen bleibt oft ein Minderwert

Handwerker müssen mangelhafte Arbeiten so lange nachbessern, bis der vertraglich vereinbarte Zustand erreicht ist. Trotzdem bleibt manchmal für den Bauherrn ein Restschaden - etwa weil das Objekt schlechter verkäuflich ist.

Man spricht hier vom "merkantilen Minderwert". Der muss nach LBS-Auskunft vom Bauunternehmer ersetzt werden.

Der Fall vor dem Oberlandesgericht Hamm (Az. 17 U 92/09): Ein Bauherr hatte viele Beschwerden. Unter anderem war der Keller undicht und musste trocken gelegt werden. Nach Gutachter-Auskunft hatten die Nachbesserungen einen merkantilen Minderwert von 7500 Euro zur Folge - denn ein möglicher Käufer könnte den Verdacht hegen, dass das Haus noch weitere Mängel hat. Selbst wenn das nicht begründet sei, senke es doch den Kaufpreis. Die Baufirma konterte, alle Schäden seien behoben, Nachwirkungen gebe es nicht.

Laut Urteil lag "unstreitig ein Mangel der Bauleistung vor, der zu Feuchtigkeit im Keller geführt hat und der mittlerweile beseitigt ist. Aber es sei, so die OLG-Richter, ein merkantiler Minderwert doch geblieben. Dabei komme es gerade nicht darauf an, ob der Verdacht eines möglichen Käufers objektiv begründbar sei. Die mangelhafte Abdichtung eines Kellers sei geradezu der "klassische Fall" eines merkantilen Minderwerts bei Gebäuden.