Recht

Mülltüte im Hausflur ist ein klarer Abmahnungsgrund

Ein Mieter stellt seine mit Essensresten gefüllte Mülltüte vor die Wohnungstür, und im Flur stinkt es. "Das Treppenhaus ist kein Müllabladeplatz und kein Zwischenlagerplatz"; klärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (Berlin) auf.

Im schlimmsten Fall kann der Müllsünder eine Abmahnung bekommen.

Im Hausflur dürfen Mieter dem Experten zufolge volle Mülltüten weder für einige Stunden noch über Nacht abstellen. Werden Tüten ausnahmsweise vor die Tür gestellt, sollten sie nach kurzer Zeit zur Mülltonne gebracht werden. Sieht der Müllsünder die Belästigung durch stinkende Tüten nicht ein, muss laut Ropertz der Vermieter eingreifen. "Er kann den Mieter auffordern, den Müll zu beseitigen." Und ihn abmahnen, wenn der sein Verhalten nicht ändert.

Gleiches gelte für Sperrmüll im gemeinsamen Hof. Wird dieser nicht bald weggeschafft, kann der Vermieter den Abtransport veranlassen. Weiß er, wer den Müll abgeladen hat, kann er die Rechnung in dieses Mieters Briefkasten stecken. "Wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann, kann der Vermieter die Kosten auf alle Parteien umlegen", zitiert Ropertz ein BGH-Urteil.

Auf ihrem Balkon aber könnten Mieter freier ihren Müll lagern oder gar sammeln. "Der Balkon gilt als Teil der Wohnung", sagt Ropertz. Und dort hat der Mieter das Recht, seinen Müll in Tonnen und Tüten zwischenzulagern.