Einrichtung

Ordnung im Schrank sorgt für Entspannung

Sonja Dannenberg wollte einen Raum, in dem sie sich wohl fühlt. Gemütlich und ordentlich sollte das Schlafzimmer werden, als die 32-Jährige von München nach Hamburg zog und ihre Wohnung einrichtete. Deshalb schaffte sie sich einen geschlossenen Kleiderschrank und ein Regal mit viel Stauraum an - und verbannte außer dem Bett alles Weitere in Flur und Wohnzimmer.

Denn weder Schreibtisch noch Computer oder herumliegende Klamotten sollten sie daran erinnern, welche Arbeiten am Ende des Tages wieder einmal liegen geblieben sind. Experten sehen solche Einrichtungsideen unterschiedlich.

Ein Schlafzimmer muss Wärme verbreiten. Es sollte eine Oase der Entspannung und Ruhe sein, in der man sich auch im Schlafanzug oder Bademantel wohl fühlt, sagt Innenarchitektin Martina Lorbach aus Köln. Das Schlafzimmer sei heute nicht mehr nur zum Schlafen da. Im Vergleich zu früher dient es zunehmend als Aufenthaltsraum - und wird auch vor Gästen nicht mehr versteckt.

Ausruhen und sich erholen

Meditieren, ausruhen oder entspannt fernsehen findet ja auch im Schlafzimmer statt, zählt Ulla Basqu auf, Innenarchitektin aus Regensburg. Deshalb seien Unordnung und ablenkende Gegenstände im Schlafzimmer zu vermeiden. Die Zeiten werden ja immer anstrengender - da ist Erholung wichtig, sagt Lorbach.

Der Trend gehe sogar dahin, eine abgetrennte Möglichkeit zum Ankleiden zu schaffen. Dass der Blick vom Bett nicht auf den Schreibtisch oder Computer fällt, ist klar, sagt Martina Lorbach. Die Arbeit hat man ohnehin ständig im Kopf. Daher sollte ein Schreibtisch, wenn er im Wohnzimmer keinen Platz findet und ein Arbeitszimmer nicht zur Verfügung steht, auf jeden Fall verschließbar sein. Aber auch das Bügelbrett sollte so verstaut sein, dass es nicht zu sehen ist.

Am besten stehen im Schlafzimmer nur die notwendigsten Möbel: Bett, Kleiderschrank und Nachttisch. Behalten Sie Freiräume, rät Stefan Linke, Raumausstatter aus Saarbrücken. Der Raum sei dann ruhiger und einzelne Akzente wirken besser, empfiehlt er.

Gut ist es, wenn sogar der Kleiderschrank nicht zu sehr auffällt, fügt Ulla Basqu hinzu. Es gibt heute dezente Möglichkeiten. Da wird der Kleiderschrank mehr ein Teil der Wand - mit Schiebetüren ist das Möbel zum Beispiel nicht mehr als solches erkennbar. So lassen sich nicht gefaltete Wäsche, ungebügelte Hemden und Blusen leichter vergessen. Beim Blick durch das Schlafzimmer sollten die Gedanken möglichst wenig Ablenkung erfahren: Dann bin ich mehr bei mir, denn alles, was herumliegt, lenkt ab.

Das setzt natürlich voraus, dass man herumliegende Wäsche wegräumt. Im Idealfall ist der Kleiderschrank für die Wäsche vom Bett aus nicht zu sehen. In kleinen Wohnungen erreicht man das, indem der Schrank mit dem Rücken zum Bett an die Bett-Kopfseite wandert.

Dann hat man mehr Leere vor sich - das entspannt, erläutert Lorbach. Aus demselben Grund sollte das Bett auch nicht direkt am Fenster stehen. Und wenn die Öffnung hinter oder direkt neben mir ist, kann es auch mit gut isolierten Fenstern ein wenig ziehen. Außerdem ist vor dem Fenster oft die Heizung, da ist die Luft dann zu trocken. Ulla Basqu sieht das so: Es ist immer erstrebenswert, einen Ausblick zu haben.

Das Schlafzimmer sollte bei der Einrichtung kein Stiefkind sein - auch wenn es Gästen nicht so oft vorgeführt wird wie Küche oder Wohnzimmer. "Umgeben Sie sich im Schlafzimmer mit schönen Dingen. Diesen Eindruck nehmen Sie schließlich mit in den Schlaf", sagt Ulla Basqu.

Holz und andere Naturstoffe bieten sich daher vor allem für die Auswahl von Bodenbelag, Möbeln und Vorhängen an. Grundsätzlich sollte man einen ruhigen Raum ohne farbliche Spannungen schaffen, empfiehlt Stefan Linke. Die Kontraste dürften nicht so stark sein wie im Wohnzimmer.

Martina Lorbach empfiehlt auch deshalb für die gesamte Einrichtung dezente Farben. Cremetöne oder helles Grün setzen keine zu starken Akzente im Schlafzimmer. "Farbe bringe ich eher über die Bettwäsche, Läufer oder Lampenschirme in den Raum", Stefan Linke rät zu mehreren Lichtquellen, die je nach Gebrauch angeschaltet werden können. Indirektes Licht schaffe mehr Gemütlichkeit als die große Deckenleuchte.