Hausbau

Eigenleistung: Preisnachlässe vorher festlegen

Viele Bauherren möchten beim Hausbau mit anpacken, um Kosten zu sparen. Eigenleistungen sind fast immer möglich: Malern, Tapezieren, Fliesen legen oder Verputzen - für handwerklich Geschickte machbar. Auch das Ausheben der Fundamente oder Maurerarbeiten werden manchmal in Eigenregie gestaltet.

Die Bauwirtschaft hat sich auf diese Wünsche eingestellt. Sie bietet verschiedene Möglichkeiten für sparwillige Bauherren. Vom Selbstbauhaus bis zum Fast-Fertighaus reicht die Palette. Solche Bauvorhaben haben eins gemeinsam: Selbst erbrachte Arbeiten werden aus dem angebotenen Leistungskatalog herausgenommen und anteilig vom kalkulierten Baupreis abgezogen. Die Bauunternehmen besitzen dazu detaillierte Listen, in denen jeder Eigenleistung ein bestimmter Wert zugewiesen ist. Die einzelnen Beträge werden dem Investor gutgeschrieben. Positiv: Das Verfahren ist transparent, jeder Bauherr kann nachrechnen, ob er mit dem angebotenen Preisnachlass zufrieden ist.

"Bevor Eigenleistungen im Vertrag festgeschrieben werden, sollte man aber nachrechnen, ob die angesetzten Preise realistisch sind", rät Robert Anzenberger vom Immobilienvermittler Planethome. Untersuchungen von Verbraucherschützern zeigen, dass Eigenleistungen oft unterschiedlich bewertet werden.

So würden Fliesenarbeiten mit Summen zwischen 1500 und 7000 Euro vergütet, Bodenbelagsarbeiten zwischen 1350 und 3700 Euro und Malerarbeiten in einer Spanne zwischen 1000 und 6500 Euro. Handwerklich Versierte erkennen schnell, dass es sich kaum lohnt, für 1000 Euro das ganze Haus selbst zu streichen. So viel kostet fast schon das Material. Im Gegenteil, die Eigenleistung werde dann wahrscheinlich teurer, als wenn die Baufirma es gemacht hätte.

"Bei derart geringen Vergütungen lohnt es kaum, selbst die Initiative zu ergreifen", findet Anzenberger. Bei der Kalkulation sei daher zu prüfen, ob es sich überhaupt rechnet, eine bestimmte Arbeit aus dem Angebot des Herstellers herauszunehmen. Um Fehleinschätzungen zu vermeiden, sollte man sich vor Vertragsabschluss über die ortsüblichen Preise bei Handwerkern und Baustoffhändlern informieren.

Wichtig ist auch, nachteilige Vertragsformulierungen zu vermeiden. Vorsicht ist etwa geboten, wenn es im Vertrag heißt: "Eigenleistungen sind möglich und werden in der Schlussrechnung vergütet." Besser ist, den Preisnachlass schriftlich vor Vertragsabschluss zu fixieren. Dadurch sei die Gutschrift von Anfang an kalkulierbar und der Bauherr wisse, mit welcher Einsparung er rechnen kann.

Auch sollte man keine Eigenleistung dort erbringen, wo danach Handwerker weiterarbeiten müssen. Wenn der Heimwerker Pfusch geliefert hat, kann die Haftung entscheidend und zu Ungunsten des Bauherrn verändern und zudem das Bauprojekt verzögern - und damit weit mehr verteuern, als man selber auf der Baustelle eingespart hat.