Statistik

Jeder zweite Neubau in den Städten, aber Rückgang in Berlin

Rund 43 Prozent der Baugenehmigungen der 112 kreisfreien Städte Deutschlands werden in den zehn bevölkerungsreichsten Städten erteilt. Trotz des hohen Anteils stagnieren die Zahlen aber in den meisten Großstädten oder sind sogar rückläufig. Dies geht aus einer Analyse des Centers for Real Estate Studies (CRES) im Auftrag des Maklerverbandes IVD hervor.

"Vor allem in Berlin, München und Bremen sind 2010 weniger Baugenehmigungen erteilt worden als im Vorjahr", sagt IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick: In Berlin ist die Anzahl der Baugenehmigungen in einem Jahr um 15 Prozent auf 3794 gesunken.

Ausschlaggebend dafür ist laut CRES vor allem die negative Entwicklung bei Berliner Mehrfamilienhäusern. "In diesem Segment waren die Baugenehmigungen um 25 Prozent rückläufig", präzisiert Schick: "Während es 2009 noch 2731 erteilte Genehmigungen gab, wurden im vergangenen Jahr nur noch 2061 gezählt."

Auch in München sind die Zahlen rückläufig. Dort wurden 2010 ganze 5049 Wohnungen genehmigt, ein Rückgang von vier Prozent. Wie in Berlin war auch dort das Segment der Mehrfamilienhäuser mit zehn Prozent Rückgang am stärksten betroffen. Stagnierend sind die Hamburger Zahlen. Insgesamt wurden 2010 hier 3679 Genehmigungen erteilt, was genau vier Wohnungen mehr sind als im Vorjahr. Dagegen wurden in Köln im Jahr 2010 mehr Wohnungen genehmigt als in allen anderen Jahren von 2002 bis 2010. Laut CRES ist ein deutlicher Anstieg dort vor allem auf mehr Bautätigkeit bei Mehrfamilienhäusern zurückzuführen. Auch in Frankfurt und Düsseldorf stieg die Zahl der Baugenehmigungen.

Trotz der vereinzelt ansteigenden Zahlen könnte es dem CRES-Bericht zufolge gerade in den Großstädten bald zu einem erheblichen Nachfrageüberhang kommen. Verantwortlich sei vor allem der demografische Wandel. "Derzeit leben rund 43 Prozent aller Bewohner kreisfreier Städte in den Top 10 Städten Deutschlands. Das heißt: In nur zehn Städten lebt fast die Hälfte der Bevölkerung von 112 Städten", sagt Schick. Bei weiter zurückhaltendem Wohnungsneubau und weiter hohen Zuzugszahlen in den Ballungsgebieten sei künftig mit gravierenden Auswirkungen auf Mieten und Preise zu rechnen.