Hightech für Energiesparer

Schon 1300 Euro gespart im ersten Winter

"Wir wollen es schön haben im Alter", sagt Anita Knobloch-Böhme - "und sparsam". Die Berlinerin und ihr Mann Hans-Joachim Böhme haben sich den Traum eigener vier Wände erfüllt und sind vor einem Jahr in ein neues Haus nach Wartenberg gezogen. Dabei ist die Wahl auf ein Fertighaus gefallen - weil das schneller geht und mehr noch, weil die Familie im neuen Haus auf modernes Energiesparen setzt.

"Die sind einfach schneller", sagt Hans-Joachim Böhme, denn anders als bei Massivhäusern wird ein Fertighaus im Schnitt innerhalb von zehn Wochen aus vorgefertigten Bauteilen zusammengebaut, versprechen die Fertighaus-Hersteller. Hier war es die Firma Fingerhaus aus Frankenberg (Hessen), die das Haus der Knobloch-Böhmes baute.

Doch nicht nur die kurze Bauzeit hat die Berliner überzeugt. "Es sieht einfach gut aus, und es ist alles in einer Hand", betont Anita Knobloch-Böhme. Oft habe sie davon gehört, dass sich die Bauzeit vieler Massivhäuser gern mal unerwartet verlängert hätte, weil es Probleme mit Handwerksfirmen gab. Denn was jeder Fachmann vom Bau weiß: Wenn das Zusammengreifen der einzelnen Bau- und Ausrüstungs-Abschnitte - auch "Gewerke" genannt - nicht von einem kompetenten Bauleiter koordiniert und vor Ort auch tatkräftig umgesetzt wird, dann werden angesagte oder erhoffte Fertigstellungstermine schnell zur Makulatur.

Eine Bauweise, eine Firma

Und wer als Bauherr den von Baufirma, Bauträger oder Generalunternehmer vorgelegten optimistischen "Bauzeitenplan" nicht zum abgesicherten Bestandteil seines Bauvertrages machen lassen kann, dem nützt die Voraussage "Im September können Sie einziehen" gar nichts.

"Das alles wollten wir vermeiden und haben uns für eine Bauweise und ein Unternehmen entschieden, in dem alle Gewerke vereint sind. Das gab uns Planungssicherheit", blickt Hans-Joachim Böhme zurück.

Der wichtigste weitere Aspekt, der die Familie vom "Projekt Fertighaus" überzeugt hat, war die Energieeffizienz. "Sie glauben gar nicht, was man alles an Energiekosten sparen kann", schwärmt der Hausherr und wird konkret: Im Haus Knobloch-Böhme wird mittels einer Erdwärmepumpe und Fußbodenheizung geheizt. Beides passte bestens zusammen: Die von der Pumpe geförderte Erdwärme trifft auf ein Heizsystem, das mit relativ geringen Temperaturen auskommt - Erdwärmepumpe plus konventionelle Plattenheizkörper in den Zimmer wären ein eher uneffektives System. Für heißes Wasser im Haushalt sorgt eine Solaranlage.

"Im ersten Jahr haben wir für unser Haus und seine 175 Quadratmeter Wohnfläche für Heizung und Warmwasser ganze 750 Euro gezahlt. Und dabei wollten wir es mit durchschnittlich 23 Grad recht warm haben", erzählt Hans-Joachim Böhme: "Der Winter war letztes Jahr streng und das Haus noch nicht komplett ausgetrocknet." Soll heißen: "Dieses Jahr können wir also noch mehr sparen." Sein Vergleich: "Unser zuletzt bewohntes altes Haus hatte 120 qm Wohnfläche und wurde mit Öl beheizt. Die Kosten lagen bei über 2000 Euro im Jahr", erzählt er.

Nicht nur die moderne Heizung spart Kosten. Auch die Holzrahmenbauweise des Hauses spricht energietechnisch für sich. "Die ,Thermo+'-Gebäudehülle ist winddicht und hoch wärmegedämmt, was einen geringen Energiebedarf und dauerhaft niedrige Kosten garantiert. Darüber hinaus erzielt die Dämmung exzellente Dämmwerte und schafft so die Basis, um an staatliche Förderkreditprogramme wie "Effizienz 55", erklärt Klaus-Bernd Rochlitz von Fingerhaus. Er hat Familie Knobloch-Böhme während der kompletten Planungs- und Bauphase als Berater begleitet.

"Die Wände werden mit einer sogenannten Sandwich-Bauweise maschinell passgenau angefertigt. Sechs verschiedene Baustoffe spielen dabei perfekt ineinander", lobt der Fachmann die Vorteile dieser in Deutschland beliebten Fertigbauweise. "Anders als bei einem Massivhaus muss wenig gespachtelt werden." Denn: Die Wände werden gleich samt Fenstern, Jalousien und Türen geliefert. "Dabei ist diese Thermowand nur 29 Zentimeter dick. Um mit einer innen und außen verputzten Ziegelwand ähnlich gute Dämmwerte erzielen zu können, müsste die einen guten Meter dick sein", meint der Berater errechnet zu haben.

Keine Wärme verlieren

Ein weiterer besonderer Energie-Sparfaktor des Fertighauses ist ein ausgeklügeltes Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. Und so funktioniert es: Verbrauchte Luft aus den Räumen des Hauses wird abgesaugt, und die geregelte Frischluftzufuhr schafft ein gesundes und angenehmes Raumklima. Und gleichzeitig wird Heizenergie gespart, denn die in der Abluft enthaltene Energie wird genutzt, um die hereinströmende Außenluft vorzuwärmen. Darüber hinaus reduziert ein Filter das Eindringen von Pollen um bis zu 95 Prozent - auch dieses moderne Hausbau-Detail interessiert immer mehr Allergiker in Deutschland.

Doch damit nicht genug: Zu guter Letzt hat Familie Knobloch-Böhme ihr Haus einem "Blower-Door-Test" unterzogen. Mit dieser Luftdichtheitsmessung können sprichwörtlich die letzten Löcher gestopft werden. "Sämtliche Fenster und Türen im Haus werden geschlossen und sogar das Schlüsselloch verklebt. Dann wird ein Unterdruck im Haus erzeugt, um exakt zu sehen, wo es noch zieht. Diese Stellen wurden dann nachträglich nochmals gedämmt. Aber jetzt ist unser Haus vollkommen dicht", sagt der Hausherr zufrieden und weiß auch schon, wofür es sich bald gelohnt haben wird, so viel einzusparen: "Von dem Geld, das wir hier an Energie sparen, machen wir mal richtig schön Urlaub."