Intelligente Zähler

Online den Stromverbrauch immer im Auge

Die Waschmaschine soll dann laufen, wenn es am günstigen ist - früher musste man dafür Stromtabellen wälzen. Heute sind Stromzähler so intelligent, dass sie günstige Zeiten selbst registrieren. Die digitalen Geräte sind im Neubau schon Pflicht.

Wurde früher das Licht im Haus angeknipst, rotierte der Stromzähler, und einmal im Jahr klingelt der Ableser mit Klemmbrett in der Hand. Diese Zeiten sind vorbei. Heute wird Stromverbrauch so dokumentiert: Sogenannte intelligente Geräte zeichnen die Verbrauchsmengen und die Nutzungszeit digital auf und schicken die Daten regelmäßig zum Netzbetreiber.

Seit Anfang 2010 sind laut Energiewirtschaftsgesetz solche intelligenten Stromzähler, auch "Smart Meter" genannt, in Neubauten und in Altbauten nach größeren Renovierungen Pflicht. Für alle anderen Altbauten ist der Einbau freiwillig. Doch "es lohnt sich", sagt Klaus Jung vom ZVEI-Fachverband Installationsgeräte und -systeme in Frankfurt: "Intelligente Stromzähler, die die mechanischen Ferraris-Stromzähler ersetzen, leisten mehr für Energieeinsparungen."

Der Stromkunde kann seinen Verbrauch ständig im Auge behalten und sein Verhalten dementsprechend ändern. Das böse Erwachen, wenn am Ende der jährlichen Abrechnungsphase die hohe Nachzahlung eintrifft, bleibe so erspart, erläutert Jung.

Der Kunde erhält dank regelmäßiger Weiterleitung der Informationen mit der Monatsabrechnung Auskunft über verbrauchten Strom - im Gegensatz zu den bisher üblichen Abschlagzahlungen. Oft kann er sogar selbst den momentanen Verbrauch im Internet über ein Nutzerkonto beim Stromanbieter oder am Geräte-Display prüfen. Damit lassen sich gerade laufende Geräte als Stromfresser entlarven.

Hausgeräte programmieren

Nachdem die Verhaltensänderung anfänglich höhere Einsparungen zur Folge haben kann, pendele sich danach die Ersparnis bei etwa drei bis fünf Prozent ein, sagt Jan Witt (Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung HEA) in Berlin: "Intelligente Stromzähler können auch zeitvariable Tarife erfassen." Somit kann ein Teil des Stromverbrauchs in Zeiten mit günstigeren Tarifen verlagert werden. Viele moderne Haushaltsgeräte können bereits so programmiert werden, dass sie zur günstigen Zeit anspringen, an älteren Geräten lassen sich Module vorschalten.

Bei herkömmlichen Zählern sei dies nur über mehrere kombinierte Zähleinrichtungen möglich. Allerdings seien die tarifgeschalteten Tätigkeiten nicht immer alltagstauglich, so die Stiftung Warentest. Die Ersparnis etwa per günstigem Mondscheintarif sei nicht viel, wenn dafür nachts die Waschmaschine nervt.

Richtig lohnt sich der intelligente Zähler für die Erzeuger erneuerbarer Energie: Die Geräte könnten etwa steuern, dass zuerst der per Fotovoltaik-Anlage produzierte Strom im Haushalt eingesetzt und nichts hinzugekauft werde, sagt Jung. Überkapazitäten könnten etwa zum Erwärmen des Warmwasserspeichers dienen.

Wenn danach noch selbst produzierter Strom da sei, werde dieser in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Der "Smart Meter", möglichst in Verbindung mit intelligenter Haustechnik, dokumentiere diese Vorgänge.