Vermarktung

Hausverkauf mit oder ohne Makler

Die Kinder ziehen aus oder der neue Job ist im Ausland: Gründe, sein Haus zu verkaufen, gibt es viele. Doch vor dem Verkauf müssen Immobilienbesitzer einiges bedenken - auch die Frage, ob sie sich den Verkauf allein zutrauen.

Hausbesitzer, die ihr Eigenheim verkaufen möchten, stehen vor etlichen Fragen: Wie viel ist es wert? Wie wird solch ein Wert ermittelt? Soll ich das Haus selber verkaufen, oder ist es besser, einen Makler einzuschalten? Einfache Antworten gibt es nicht.

Bevor das eigene Haus auf dem Immobilienmarkt angeboten werden kann, muss zuerst der Verkaufspreis dafür ermittelt werden. "Der Hausverkäufer sollte den örtlichen Immobilienmarkt einige Zeit beobachten und auf Preise von Vergleichsobjekten achten, um seine Vorstellungen am regionalen Preisniveau ausrichten zu können", empfiehlt Edeltraud Reitzer, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin im Verband Wohneigentum (Bonn).

Preisgutachten für 50 Euro

Als Verkäufer sollte man auch immer überlegen, wie viel Geld der Verkauf bringen müsste, damit man keinen Verlust macht, erklärt Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund (Berlin): "Der Verkäufer sollte also wissen, was er in der Vergangenheit alles in sein Haus investiert hat." Wer den individuellen Wert für sein Haus herausfinden möchte, kann auch ein Gutachten erstellen lassen. Angebote gibt es für weniger als 50 Euro im Internet. Allerdings liefern diese Analysen nur grobe Anhaltspunkte. Präzisere, aber auch teurere Angaben erhält man von einem vereidigten Sachverständigen.

Ob man einen Makler beauftragt oder den Verkauf selbst in die Hand nimmt, hängt von der individuellen Situation ab. Wenn es eine hohe Nachfrage von Käufern sowie ein geringes Angebot an Häusern gibt, spricht nach Meinung von Wiech viel dafür, sich bzw. dem Käufer die Makler-Kosten zu sparen. Andererseits sei ein Makler mit der Erstellung eines Exposés vertraut und könne Erfahrungen mit Vermarktungsstrategien, der Immobilienwertung und regionale Marktkenntnisse einbringen.

Wer sich für die Zusammenarbeit mit einem Makler entscheidet, sollte ihn gut unterstützen - im eigenen Interesse, wie Jürgen Michael Schick, Vizepräsident der Maklervereinigung IVD (Berlin) erklärt: "Der Verkaufserfolg hängt maßgeblich davon ab, welche Informationen und Dokumente dem Makler zur Verfügung stehen." Zu diesen Unterlagen gehören der Grundbuchauszug, die Bauakte des Hauses und der gesetzlich vorgeschriebene Energieausweis. Aber auch Informationen über das Umfeld des Hauses sind wichtig, um die Immobilie anpreisen zu können. "Bei den Verkaufsverhandlungen ist es sehr hilfreich, wenn die Entwicklung der jeweiligen Wohnlage gut dokumentiert ist", sagt Schick. "Insbesondere dann, wenn das Umfeld etwa durch die Ansiedlung von Geschäften oder Kultur aufgewertet wurde."

Unerlässlich beim Verkauf ist ein Exposé, das alle wichtigen Informationen über das Haus wie Lage, Grundstücksfläche und energetischen Zustand enthält. "Ein Bild der Vorderansicht und weitere Ansichten sollten die Fakten ergänzen", sagt Reitzer.

"Je nach Marktlage kann bereits die Mund-zu-Mund-Propaganda ausreichen, um Interessenten zu finden." Weil das aber nicht die Regel ist, sollte man in Tageszeitung und Internet werben. Online-Marktplätze sind für jüngere Käufer heute die erste Wahl bei der Suche nach einem geeigneten Objekt, sagt Wiech.