Beliebtheitsskala

Lieber Eigenheim als modernes Loft

Die Entscheidung für eine bestimmte Immobilie ist vom Stil und Anspruch des Käufers geprägt. Und da gibt es Unterschiede, fanden zwei Umfragen heraus: Der Immobilien-Dienstleister Planethome fragte online, In welchem Stil man sich seine Traumimmobilie wünschen würde.

Der Massivhausanbieter Town & Country Haus dagegen fragte weniger nach Details, sondern vor allem der Bauart, und dort siegte das Einfamilienhaus.

Damit bleibt diese Art des freistehenden Eigenheims, idealerweise 1,5- bis zweigeschossig, die beliebteste Haus-Variante in Deutschland, heißt es nach der Town & Country-Studie, die die Aproxima Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (Weimar) erstellt hat: 69 Prozent der Befragten nannten dies als die von ihnen bevorzugte Variante des Wohneigentums. Erst mit viel Abstand dahinter rangieren in der Beliebtheitsskala der Bungalow und die Doppelhaushälfte.

Trotzdem zeigt die Studie, dass hier einiges im Wandel ist: Denn bei einer Umfrage vor vier Jahren hatten noch 79 Prozent der Befragten das Einfamilienhaus als erstrebenswerte Wohnform genannt.

Bungalows holen auf

Klar im Aufwärtstrend ist dagegen der Bungalow. Einen solchen wünschen sich heute 18 Prozent der Befragten, während im Februar 2007 nur zwölf Prozent waren - ein Anstieg um fast die Hälfte also. Town & Country-Gründer Jürgen Dawo deutet dies so: "Wegen der niedrigen Hypothekenzinsen bekommen Bauherren letztlich mehr für ihr Geld. Sie können also mit ähnlichem finanziellem Aufwand wie früher deutlich teurere Objekte - was Bungalows in der Regel sind - finanzieren."

Wobei das Wort "teuer" bei dieser Art Immobilie ein eher relativer Begriff ist: Wer in der teuren Stadtlage ein 400-Quadratmeter-Grundstück kauft und darauf "nur" einen 100 Wohnquadratmeter großen Bungalow errichtet, der zahlt für seine Wohnfläche mehr, als hätte er auf 400 qm Land einen anderthalb Geschosse großes Einfamilienhaus errichtet. Was aber für den Bungalow spricht, ist vor allem seine Tauglichkeit als "barrierefreie Immobilie" - wer keine Treppen ins Obergeschoss hinaufstiefeln muss, hat weniger Probleme im hohen Alter.

Nahezu konstant geblieben ist mit sechs Prozent (2007: fünf Prozent) ist die Anzahl der Befragten, die sich für eine Doppelhaushälfte entscheiden würden. In der Beliebtheitsskala weiter unten rangieren das Reihenhaus und das Zweifamilienhaus.

"Trendstudie" nennt Planethome seine Fragen nach den aktuellen Immobilientypen, aus denen der Befragungskandidat frei wählen darf. Ganz frei ist er dabei nicht, denn nur zehn zudem recht genau beschriebene Immobilien-Typen standen dafür zur Auswahl. Ganz vorn auf der Wunschliste stehen danach modernisierte Altbauten, die 23 Prozent am liebsten hätten. Auch ein "stylisches Loft" (20 Prozent) oder eine "Villa am Wasser" (16 Prozent) könnte noch fast jeden Fünften locken, hätte er das entsprechende Kleingeld.

Modernisierter Altbau

"Bei modernisierten Altbauten denken die meisten an Häuser, die um das Jahr 1900 errichtet wurden - mit Jugendstilfassaden und hohen Decken mit Stuckelementen. Dieser Baustil wird immer gefragter", kommentiert Robert Anzenberger von Planethome die Umfrageergebnisse.

Nächster auf der Hitliste der beliebtesten Immobilie ist das "Landhaus" - favorisiert von zwölf Prozent der Befragten - wobei Planethome es aber unterlässt, den Begriff näher zu klären. Manche verstehen darunter einen bestimmten Baustil, der vor fast 100 Jahren vom deutschen Architekten Muthesius entwickelt wurde und der sich im Gegensatz zur alten Villa durch treppenlose Zugänge zu Garten und Grün auszeichnet. Andere, vor allem Hausbauanbieter verstehen darunter einfach ein Haus mit malerischen Formen, und wieder andere meinen damit ein größeres Haus in ländlicher Lage.

Unter "Ferner liefen" rangieren das "sanierte Herrenhaus", beliebt bei zehn Prozent der Befragten, ein Bauernhof oder Gehöft (fünf Prozent), das "Klinkerhaus" (vier Prozent), das Fachwerkhaus (vier Prozent). Noch exklusiver - und weniger gefragt - sind das "friesische Reetdachhaus" und das Weingut mit jeweils drei Prozent Zuspruch.