Recht

Streitfall Grillen: Einmal im Monat ist erlaubt

Qualm und Duft beim Grillen können Konflikte mit Mitmietern provozieren. Mieter in Mehrfamilienhäusern müssen deshalb Beschränkungen beachten, berichtet der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen.

Auf dem Balkon darf grundsätzlich gegrillt werden. "Grillen ist in den Sommermonaten durchaus üblich und muss, wenn nicht die Wesentlichkeitsgrenze überschritten wird, generell geduldet werden", entschied einmal das Landgericht München I (Az. 15 S 22735/03).

VNW-Sprecher Peter Hitpaß kommentiert: "Mieter müssen auf ihre Nachbarn Rücksicht nehmen. Sie dürfen von April bis September einmal monatlich auf dem Balkon grillen." Aber dazu müssten sie ihre Nachbarn im Haus 48 Stunden vorher informieren. Dies habe das Amtsgericht Bonn (Az. 6 C 545/96) einmal festgelegt.

Das Oberlandesgericht Oldenburg (Az. 13 U 53/02) setzt dem Grillvergnügen Zeitgrenzen: Bei beengten Verhältnissen muss ein Nachbar nach 22 Uhr Gerüche und Geräusche, die von Grillen herrühren, nicht mehr hinnehmen. Viermal im Jahr kann ein Grillabend auch bis 24 Uhr dauern - ob dies in einer Großstadt wie Berlin, wo man "beengt" wohnt, gilt, sollte man allerdings besser nicht ausprobieren; hier dürften "22 Uhr Nachtruhe" die wichtigere Regelung sein.

Wer sich übrigens nicht an die Grenzen hält, dem drohen ernste Konsequenzen: Grillt und frittiert ein Mieter trotz Abmahnung des Vermieters häufiger als erlaubt, könnte ihm die fristlose Kündigung blühen, so das Landgericht Essen (Az. 10 S 438/01).