Garten

Jetzt ist Wasser die letzte Rettung

"Durch die anhaltende Trockenperiode im April in Deutschland hat die Vegetation in erheblichem Maße gelitten." Darauf macht der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Hanns-Jürgen Redeker, aufmerksam.

Insbesondere gelte dieses für Neupflanzungen und Neuansaaten, deren Pflege jetzt durch Bewässerung gerettet werden müsse. Trocken- oder Hitzeschäden könnten sogar zu ganzen Pflanzenausfällen führen.

Angesichts des außergewöhnlich trockenen Frühlings sollten auch Kübelpflanzen jetzt früher gedüngt werden als sonst. "Viele vergessen beim Gießen, dass dabei Nährstoffe aus dem Boden gewaschen werden", sagt Robert Markley vom Verband der Gartenbaumschulen (Haan). Und weil die frisch eingepflanzten Blumen zurzeit mehr gegossen werden, sind die Nährstoffdepots im Boden eher erschöpft. "Die Pflanzen verdursten dann nicht, sie verhungern", erklärt Markley. Gelbe Blätter deuten auf einen Mangel hin, sagt er; Spätfolgen seien weniger Blüten und Früchte. Orientierung bieten auch die Angaben auf den Verpackungen der Substrate für Töpfe und Balkonkästen - darauf stehe, wie lange der Dünger unter normalen Bedingungen ausreicht.

Redeker erläutert den Hintergrund: "Die Rasenflächen, Stauden, Sträucher und Bäume in Gärten und Parks sind bereits sehr weit entwickelt. Es ist jedoch eindeutig zu trocken - April 2011 sehen Wetterexperten als einen der zehn trockensten April-Monate seit dem Jahr 1881.

Wie schon 2007 und 2009 war auch der diesjährige April außergewöhnlich warm, trocken und reich an Sonnenschein. Es war drei bis fünf Grad wärmer als im Durchschnitt. Nennenswerte Niederschläge gab es nur am ersten Aprilsonntag, zur Monatsmitte und kurz nach Ostern. Bundesweit fielen nur 38 Prozent des "Solls" von normalerweise 58 Litern pro Quadratmeter.

Für Gartenbesitzer bedeutet diese Dürre, dass der Pflanzenbestand nur mit einer Zusatzbewässerung vor bleibenden Schäden bewahrt werden kann, so die Experten. Egal ob von Hand oder automatisch - einige Punkte gilt es beim Bewässern zu beachten.

Selten, aber lange wässern

Die oberste Regel beim Wässern lautet: Lieber selten, aber dafür lange. Rasenflächen, Beete oder Kübelpflanzen müssen vor allem durchdringend mit Wasser versorgt werden. Wenn nur oberflächlich gewässert wird, verdunstet viel Wasser und ist für die Pflanzen damit nicht verfügbar. Gewässert werden sollte daher lange - und direkt an der Pflanze, damit das Wasser dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Balkon- oder Terrassenpflanzen in Kübeln müssen öfter gewässert werden als Gartenpflanzen. Denn das Substrat im Gefäß ist begrenzt, Wasser kann dort kaum gespeichert werden.

Wann gießen? Die geringste Verdunstung und damit der größte Nutzen für die Pflanzen lassen sich per Bewässerung in den frühen Morgenstunden erzielen. An heißen Sommertagen sollte tagsüber nicht bewässert "und in keinem Fall von oben" beregnet werden, weiß hoffentlich jeder Gärtner. Die Tropfen auf den Blättern wirken dann wie ein Brennglas und verursachen mehr Schäden, als dass sie von Nutzen sind.

Eine Bewässerung am Abend gilt ebenfalls als nicht vorteilhaft. Denn gerade Rasenflächen sollten nach dem Bewässern wieder rasch abtrocknen können, um das Entstehen von Pilzkrankheiten zu vermeiden.