Nachlass

Immobilien schon zu Lebzeiten verschenken

Wer soll mich beerben? Diese Frage stellen sich viele Erblasser. Will man sicherstellen, dass vor allem wertvolle Immobilien tatsächlich bei denen landen, für die sie gedacht sind, sollte man sich frühzeitig mit der Regelung des Nachlasses auseinandersetzen, rät die Notarkammer Berlin.

"Lebzeitige Zuwendungen" seien eine Möglichkeit, sein Vermögen oder Teile davon bereits zu Lebzeiten auf Angehörige zu übertragen, so die Notarkammer Berlin.

Eine rechtzeitige Vermögensübertragung auf Nachkommen ist vor allem aus steuerlicher Sicht von Vorteil. Alle zehn Jahre können Steuerfreibeträge von 400 000 Euro (bei Kindern) und 200 000 Euro (bei Enkeln) ausgenutzt werden. Wichtig ist, dass die Bewertungsvorschriften für Grundstücke berücksichtigt werden, um keine steuerlichen Nachteile zu haben.

Dazu sollte man auch ein wenig nachrechnen: Eine Immobilie im Wert von einer Million Euro, die an drei Kinder vererbt werden soll, macht keine Steuerprobleme, da die Kinder mit ihren jeweils 400 000 Euro Freibetrag sowieso nichts zu zahlen bräuchten.

Anders liegt der Fall, wenn ein einziges Kind dasselbe Objekt später einmal erben soll. Bekäme dieses Kind jetzt - natürlich grundbuchlich abgesichert - 40 Prozent Anteil an der Immobilie (400 000 Euro) von einem Elternteil geschenkt, könnte es im Mai 2021 die nächsten 40 Prozent steuerfrei geschenkt bekommen und im Mai 2031 dann noch einmal den letzten Anteil von 200 000 (oder mehr) Euro.

Wer eine lebzeitige Zuwendung an Kinder oder Enkelkinder realisiert, sollte sich absichern, raten die Notare. Wird eine Immobilie übergeben, so sollten ein lebenslanges Wohnrecht ("Nießbrauch") oder eine Rückfallklausel vereinbart werden. Auch könnten eine Pflegeverpflichtung oder andere Gegenleistungen in den Schenkungsvertrag mit aufgenommen werden.