Justiz

Vermieter drängen auf schnellere Räumungsurteile

Vermieter, die vor Gericht die Räumung ihrer Wohnungen durchsetzen wollen, brauchen meist Geduld. Die Kostenuhr dreht sich für die Immobilienbesitzer in dieser Zeit weiter.

Deshalb fordert die Eigentümerschutzgemeinschaft "Haus & Grund" jetzt schnellere Räumungsprozesse gegen säumige Mieter. "Oft dauert es sechs bis acht Monate, bis es in erster Instanz ein Urteil gibt", sagt etwa der Präsident des Thüringer Landesverbandes, Joachim Bleeck. Die Verfahren ließen sich deutlich verkürzen, wenn sie schneller terminiert oder die Fristen zur Stellungnahme verkürzt würden.

Die meisten Räumungsklagen stellten Besitzer von Eigentumswohnungen, weil ihre Mieter mit Zahlungen im Rückstand oder die Wohnungen verwahrlost seien. Bis zu einem Räumungsurteil summierten sich die Mietausfälle schnell auf zehn Monate. Hinzu kämen die für den Vermieter weiter laufenden Nebenkosten. "Das sind Verluste, die bekommen die Eigentümer nie wieder rein", sagt der Rechtsanwalt. Manche Vermieter, vor allem von Zweifamilienhäusern, gingen aufgrund schlechter Erfahrungen das Risiko einer Neuvermietung gar nicht mehr ein. "Sie lassen die Wohnungen lieber leerstehen, als sich noch einmal einen falschen Mieter ins Haus zu holen."

Die Mietausfälle bewegen sich nach seiner Einschätzung seit Jahren auf gleichbleibendem Niveau. "Zugenommen hat aber die Zahl der Mieter, die wegen Kleinigkeiten die Miete mindern", sagt Bleeck. Nur 60 Prozent der Vermieter erzielten noch Gewinn, bei 20 Prozent seien die Einnahmen kostendeckend, 20 Prozent schrieben Verluste.