Steigende Nachfrage

Anleger suchen Luxusimmobilien

Die Unsicherheit an den internationalen Kapitalmärkten und steigende Inflationsraten haben die Nachfrage vermögender Privatanleger und Investoren nach soliden Kapitalanlagen spürbar anziehen lassen. Davon profitiert hat auch das Luxussegment - Objekte ab 750 000 Euro - und dabei besonders Eigentumswohnungen: Nachdem die Krise den Markt Ende 2008 gebremst hatte, ist die Anzahl der Kauffälle bei Eigentumswohnungen seit 2009 stark gestiegen.

Höhere Kaufpreise zeigen auch, dass auch die Zahlungsbereitschaft der Käufer nach dem Krisentief deutlich zugenommen hat.

Luxuseigentumswohnungen haben vor allem in den deutschen Großstädten an Attraktivität gewonnen. Am meisten profitieren davon die Immobilienmärkte in Berlin, Düsseldorf und Stuttgart. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Dahler & Company (Hamburg/Berlin).

Plus bei Kapitalanlagen

Eigentumswohnungen sind dabei die immer gefragtere Kapitalanlage. Während im Segment Luxuswohnimmobilien die Zahl der gehandelten Ein- und Zweifamilienhäuser von 2006 bis 2010 weitgehend unverändert geblieben sind, haben die Kauffälle bei Luxuseigentumswohnungen in Großstädten insbesondere 2009 stark zugenommen: Insgesamt stieg die Anzahl der Transaktionen seit 2006 um rund 80 Prozent auf 256 im ersten Halbjahr 2010, und beim Geldumsatz belief sich die Steigerung von 2006 bis zum Jahr 2010 sogar um 104,4 Prozent.

"Den starken Zuwachs im Markt für Eigentumswohnungen im Luxussegment führen wir in erster Linie darauf zurück, dass Privatanleger und Investoren jetzt bewusst in solide Kapitalanlagen investieren. Sicherlich haben sich auch die günstigen Finanzierungsbedingungen ausgewirkt", erläutert Björn Dahler, geschäftsführender Gesellschafter bei Dahler & Company.

Was macht den Unterscheid zwischen Haus und Wohnung aus? Gegenüber Eigentumswohnungen werden Ein- und Zweifamilienhäuser zumeist vom Eigentümer selbst bewohnt und nicht als Anlageobjekt mit Vermietungsabsicht erworben. Deshalb sind Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in diesem Segment weniger spürbar.

Im Städtevergleich liegt Berlin derzeit an erster Stelle. Hier hat sich die Anzahl an Transaktionen mehr als verdreifacht: Während im ersten Halbjahr 2006 genau 14 Luxuseigentumswohnungen für knapp 29 Mio. Euro den Eigentümer wechselten, waren es im ersten Halbjahr 2010 schon 49 - ein Wachstum von 250 Prozent. Auch der Geldumsatz in diesem Segment ist gestiegen, um 186,5 Prozent auf 53,9 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2010.

Wer diese Zahlen aber miteinander in Beziehung setzt, erkennt aber auch, dass die Preise nicht endlos nach oben steigen: Kosteten die 14 Luxusobjekte des Jahres 2006 noch durchschnittlich gut zwei Millionen Euro, so wurden 2010 jeweils "nur noch" 1,1 Mio. Euro im Schnitt pro Objekt vom Käufer gezahlt.

In Düsseldorf stieg die Nachfrage nach luxuriösen Eigentumswohnungen um 237,5 Prozent binnen vier Jahren, in Stuttgart auch um 233,3 Prozent - in Zahlen: von sechs auf 20 Objektverkäufe. In Köln und Frankfurt/Main dagegen haben sich die Luxuswohnimmobilienmärkte insgesamt schwach entwickelt.

Jedes Jahr 1000 Objekte

Deutlich angezogen sind die Luxusobjekt-Kaufpreise vor allem in Hamburg, München und Stuttgart. Dabei sind beispielsweise die durchschnittlichen Preise für luxuriöse Eigentumswohnungen in Hamburg von 970 000 Euro um 51,5 Prozent auf 1,47 Mio. Euro gestiegen.

Insgesamt sind im Vergleichszeitraum 2006 bis Ende des ersten Halbjahres 2010 in allen untersuchten Großstädten durchschnittlich 620 luxuriöse Ein- und Zweifamilienhäuser und 400 Luxuseigentumswohnungen für insgesamt etwa 1,3 Milliarden Euro pro Jahr gehandelt worden. Dabei haben die Millionenstädte Berlin, Hamburg und München einen bedeutenden Anteil von rund 70 Prozent erreicht.