Recht

Mieter müssen Baulärm bei Ladenausbau ertragen, können aber die Miete mindern

Werden Geschäfte in Mietshäusern aus- oder umgebaut, geht das in aller Regel nicht ohne Lärm und Dreck. "Die übrigen Mieter im Haus müssen solche Bauarbeiten akzeptieren", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (Berlin). Allerdings dürfen diese Betroffenen während der Bauarbeiten die Miete kürzen.

Um wie viel die Miete gemindert werden kann, das hängt vom Grad der Einschränkung ab. "Wenn jeden Tag nur eine halbe Stunde gebohrt wird, ist die Belästigung eher gering", sagt Ropertz für diesen Fall eine Kürzung eher ab. Werden aber Wände eingerissen, entstehe viel mehr Dreck, Lärm und Einschränkung. Die Bandbreite für eine Kürzung liegt laut Ropertz in vielen Fällen etwa zwischen zehn und 40 Prozent der Miete.

Werden durch Bauarbeiten Wasserrohre oder Stromleitungen beschädigt, müssen die Schäden so schnell wie möglich beseitigt werden. "Wenn kein Strom oder Wasser da ist, kann die Wohnung vorübergehend als unbewohnbar gelten", sagt Ropertz. Für diesen Zeitraum könne die Miete zu 100 Prozent gemindert werden.

Angekündigt werden müssen derartige Um- oder Ausbauarbeiten nicht. "Der Vermieter tut aber gut daran", sagt Ropertz. Wenn er den übrigen Mietern gleich von sich aus eine Mietminderung anbietet, könne er von vornherein Ärger vermeiden. Generell müsse er darauf achten, dass die Arbeiten so schonend wie möglich für die übrigen Hausbewohner ablaufen. "Der Umbau darf sich nicht zu lange hinziehen."