Steuern

Doppelte Haushaltsführung auch ohne Küche

Die Betrugsgefahr bei doppelter Haushaltsführung ist groß, schwant den Experten der LBS.

Immer wieder geben Steuerzahler an, sie müssten aus beruflichen Gründen zwei Wohnsitze haben - obwohl das gar nicht stimme. Deswegen achten Finanzämter genau darauf, dass erforderliche Regeln eingehalten werden. So stritten eine Steuerzahlerin und der Fiskus darum, ob eine Küche für einen eigenen Hausstand zwingend nötig sei.

Der Fall vor dem Bundesfinanzhof (Az. VIII R 13/09): Die junge Frau hatte eine Wohnung im Hause ihrer Eltern, die sie als Lebensmittelpunkt bezeichnete. Für ihre berufliche Ausbildung mietete sie an einem anderen Ort Räume an und machte "doppelte Haushaltsführung" geltend. Das Finanzamt verweigerte dies. Da die Frau am Erstwohnsitz nicht mal eine Küche habe, sei das keine vollwertige Wohnung. Eine Küche gehöre als Ausstattungsmerkmal eines eigenen Hausstandes einfach dazu. Die Steuerzahlerin entgegnete, für ihre Lebensführung seien Mikrowelle und Kühlschrank ausreichend.

Das Urteil: Entscheidend für den Erstwohnsitz ist nach Auffassung der Finanzrichter, dass der Steuerpflichtige sich dort im Wesentlichen ununterbrochen aufhält. Eine Kochmöglichkeit sei dafür nicht entscheidend.