Baufinanzierung

Was tun gegen steigende Kreditzinsen?

Die Auswirkungen der Leitzinserhöhung der Zentralbank EZB hat die Aufmerksamkeit auch auf die Baugeldzinsen gelenkt. Zwar schlagen solche Zinsschritte nicht sofort auf das Baugeld durch, doch nach dem stetigen Zinsanstieg in den vergangenen Monaten erwarten viele Experten auch bei Immobiliendarlehen nach oben gehende Konditionen.

Dieser Aufwärtstrend trifft nicht nur aktuelle Bauherren und Immobilienkäufer, sondern auch Wohnungs- und Hausbesitzer mit bestehender Finanzierung. Was sie tun können, um den steigenden Zinsen nicht tatenlos zuzusehen, hat der Baugeldvermittler Interhyp zusammengestellt.

Unterlagen-Check: Zuerst sollten Immobilienbesitzer die Unterlagen ihres bestehenden Darlehens heraussuchen und prüfen, wann genau ihre derzeitige Zinsfestschreibung endet. Auch wenn dies noch Jahre dauert, sollte man doch jetzt schon wissen, wann der Termin ansteht. Und wenn es sich um Endpunkte bis 2013 handelt, dann sollte man die Zeit vor dem Ablauf nutzen, um die Konditionen und Rahmenbedingungen für die spätere Anschlussfinanzierung neu zu prüfen. Vielleicht könnte man schon verhandeln und den Kredit an die zwischenzeitlich neue Lebenssituation anpassen.

Zeit ohne Bereitstellungszinsen: Steht das Ende der Zinsfestschreibung in den nächsten sechs Monaten an, sollten Darlehensnehmer sofort beginnen, neue Kreditangebote einzuholen, um noch genügend Zeit für einen Zinsvergleich zu haben. Auch wenn es noch rund ein Jahr dauert, bis die Sollzinsbindung des Kredits ausläuft, haben Eigenheimbesitzer gute Chancen, ihr Darlehen zu den heutigen Konditionen zu verlängern.

Denn einige Finanzinstitute haben den so genannten bereitstellungszinsfreien Zeitraum deutlich erweitert. Das heißt: Der Kreditkunde hat manchmal bis zu zwölf Monate Zeit, das Darlehen in Anspruch zu nehmen, ohne dass er Gebühren für die Bereitstellung zahlen muss.

Fünf Jahre Voraus-Zinsen: Selbst wenn die Zinsbindung erst in zwölf bis 60 Monaten endet, kann man schon auf Nummer sicher gehen und sich vor möglichen Zinsanstiegen schützen. Das Stichwort ist Forward-Darlehen: Der Kunde schließt ein Darlehen ab, dessen Laufzeit zwar erst irgendwann in den nächsten fünf Jahren beginnt. Der bisherige Kredit läuft dann bis zum regulären Ende seiner Zinsfrist, und genau dann greift das Forward-Darlehen auf Basis der Zinsen von heute.

Für das Recht, sich das heutige Zinsniveau für die Zukunft zu sichern, wird aber ein Konditionsaufschlag erhoben. Das Aufgeld dafür: Je nach Anbieter und Dauer der Vorlaufzeit wird ein Zinsaufschlag von rund 0,01 bis 0,04 Prozentpunkten pro Wartemonat später eingerechnet.