Serie "Maklers Lieblingsorte" - Heute: West-Staaken

Wo der Westen zum ungeliebten Osten wurde

West-Staaken hat in seiner wechselvollen Geschichte zwei ganz besondere Bewegungen erlebt. Die eine gab es 1951: Als die DDR-Volkspolizei hier die Ortsverwaltung übernahm, setzten sich fast 5000 Menschen in Richtung Westberliner Grenze in Bewegung. Ihre Häuser ließen sie hinterm Stacheldraht zurück - im Westen, der nun "Osten" war.

Zur zweiten Bewegung kam es nach dem Fall der Mauer, und sie dauert an bis heute. Es ist die Bewegung zurück in ein Gebiet, das zum Bauen und Wohnen einlädt. West-Staaken finden Sie auf keinem Straßen- oder Ortsschild, es wird östlich begrenzt durch den Finkenkruger Weg bzw. Nennhauser Damm und zieht sich bis zur Brandenburger Stadtgrenze hin. Während der östliche Teil Staakens und Neu-Staaken eher aus Großsiedlungen bestehen, überwiegen in West-Staaken Einfamilienhaus-Siedlungen. Die Kombination von guter Infrastruktur und günstigen Immobilienpreisen bietet den optimalen Rahmen für entspanntes Wohnen. Hinzu kommt beste Luft - hier ist Berlins Frischluftschleuse - und eine grüne Umgebung.

Urkundlich wird Staaken erstmals 1236 als Dorf "Stakene" erwähnt - ein mittelniederdeutscher Name, der Ort der Knüppel oder Pfähle bedeutet. Am 1. Oktober 1920 endet Staakens Zeit als brandenburgisches Dorf: Mit dem Groß-Berlin-Gesetz wurden auch wir eingemeindet und gehören zum Bezirk Spandau.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Staaken im Rahmen eines Gebietstausches zwischen den Briten und Sowjets aufgeteilt - das britische Militär wollte unbedingt den in Gatow gelegenen Flugplatz haben. Die Inner-Staakener Grenze verlief vom Finkenkruger Weg über den Nennhauserdamm zur Bergstraße. Was viele Staakener davon hielten, habe ich schon erwähnt. Kurioserweise wurde West-Staaken zunächst noch sechs Jahre vom Spandauer Rathaus aus verwaltet. Am 1. Februar 1951 aber wurde West-Staaken von der DDR-Volkspolizei besetzt, und ein Jahr später war Staaken-West wieder Teil von Brandenburg, verwaltet bis zuletzt von der Gemeinde Falkensee.

Sehenswert noch heute ist besonders das 1888 nach sechsjähriger Bauzeit beendete Fort Hahneberg, Deutschlands letzter Festungsbau. Die Entwicklung der Artilleriegeschosse, vor allem die Einführung der Brisanzgranate, machte diese Art Befestigung unwirksam. Bis 1945 war das Fort unter anderem Kaserne und Zentralarchiv für Wehrmedizin. Bis zum Mauerfall befand sich das Fort im Bereich der Sperranlagen der Grenzübergangsstelle Heerstraße und ist erst seit 1990 der Öffentlichkeit wieder zugänglich.

Boom bei Eigenheimen

Doch Geschichte ist Geschichte. Die Gegenwart bringt uns viele neue Häuser, und es werden immer mehr: West-Staaken wird seit 1990 dominiert vom Eigenheimbau. Die Infrastruktur wurde nämlich kontinuierlich ausgebaut, einstige Sandwege sind heute zum größten Teil asphaltiert sind. Infrastruktur heißt auch: Über den Regionalbahnhof Staaken oder gute Busverbindungen geht es schnell in die Altstadt Spandau, und auch den Bahnhof Zoo kann man mit einer guten Bahnverbindung bereits nach 14 Minuten Fahrzeit erreichen - ohne auf ausgebremste S-Bahnen angewiesen zu sein.

Obwohl es sich hier am grünen Stadtrand sehr ruhig und angenehm wohnen lässt, liegen die Grundstückspreise noch deutlich niedriger im Vergleich zu den übrigen Bereichen Spandaus, die durchgängig zum Berliner Westen gehört haben. Aber genau darin liegt die Chance: Sich in Staaken-West niederzulassen, das heißt bei den derzeit immer noch günstigen Preisen, eine gute Wertanlage für die Zukunft zu tätigen. Für den Wohnungsbau in offener Eigenheim-Bauweise ist der Bodenrichtwert 2009 gegenüber dem Vorjahr konstant bei 100 bis 110 Euro/qm geblieben. So preiswert kommen Sie sonst nirgends in den West-Bezirken Berlins zu einem Stück Bauland.

Die Miete beträgt im Geschosswohnungsbau ca. 5,50 Euro/qm. Für frei stehende Einfamilienhäuser zahlt man mit sieben Euro/qm Wohnfläche auch nicht viel mehr Miete. Bei Eigentumswohnungen muss der Käufer im Schnitt 1000 Euro/qm auf den Tisch legen. Die Durchschnittspreise für Reihenhäuser liegen um 200 000 Euro, während man für 225 000 Euro schon ein schönes frei stehendes Einfamilienhaus bekommt.

Die Autorin ist Eigentümerin des Maklerunternehmens Kastell-Immobilien mit Sitz in Falkensee