Urteil

Solaranlage auch möglich bei Denkmalobjekt

Auch denkmalgeschützte Häuser können mit einer Solaranlage auf dem Dach ausgestattet werden.

Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin (Az. VG 16 K 26.10). Dabei komme es auf die konkrete Ausgestaltung der Solaranlage an. Auch die ökologischen Aspekte müssten bei der Interessenabwägung berücksichtigt werden, erklärt der Deutsche Anwaltverein das Urteil.

In dem Fall wollten die Eigentümer eines 1928 erbauten Hauses auf dem Dach eine Solaranlage anbringen. Das Gebäude ist Teil einer Mustersiedlung, die sich unter anderem durch sehr unterschiedlich gestaltete Dächer auszeichnet. Die Denkmalbehörde lehnte die Solaranlage mit der Begründung ab, sie würde die erhaltenswerte Substanz erkennbar verändern. Zudem bestehe die Gefahr einer negativen Vorbildwirkung für die Siedlung.

Das sahen die Richter anders: Denkmalschutzgründe stünden der Genehmigung nicht entgegen. Bei der Interessenabwägung komme es auf die Bedeutung und den Wert des denkmalgeschützten Gebäudes an, auf die konkrete Ausgestaltung von Dach und Solaranlage sowie auf deren Einsehbarkeit. Im entschiedenen Fall werde der Denkmalschutz nicht beeinträchtigt, weil die Solaranlage auf der schlecht einsehbaren Gartenseite des Daches montiert worden sei.