Immobilien-Telefon

Fördergeld ohne jede Einzahlung

Thema: Wohn-Riester und Bausparen

Wohn-Riester gibt es erst seit wenigen Jahren, und dieses Immobilien- und Altersvorsorge-Instrument ist noch nicht bei der Mehrheit der Deutschen angekommen. Während bei vielen anderen "Immobilien-Telefonen" sich die noch nicht und die schon sehr gut Informierten oft die Waage halten, kamen eher die Uninformierten zu Ihrem Recht beim Thema Riester, das wir zusammen mit dem Verband der Privaten Bausparkassen anboten haben. Als Expertin wirkte Gudrun Gaebel, zertifizierte Vorsorge-Spezialistin, Finanzierungs- und Bausparfachfrau bei der Bausparkasse Wüstenrot:

Wie komme ich an einen Wohn-Riester-Bausparvertrag?

Dazu müsste ich erst einmal zurückfragen: Sie sind Arbeitnehmerin?

Nein, ich nicht. Aber mein Ehemann arbeitet.

Sofern er eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung ausübt, dann wäre er mit einem eigenen Riester- oder Wohn-Riester-Vertrag "unmittelbar zulageberechtigt". Sie wären dann mittelbar zulageberechtigt und könnten auch selbst einen Riester-Vertrag abschließen.

Muss mein Mann dann auch einen Bausparvertrag und den beim selben Anbieter abschließen?

Weder noch. Abhängig von ihm sind Sie nur bei der Zulage: Mittelbar Berechtigte bekommen die Förderung nur, wenn der unmittelbar Berechtigte einen Vertrag hat und diesen auch bespart. Der mittelbar Berechtigte erhält dann die Förderung zum gleichen Anteil wie der unmittelbar Berechtigte. Wenn also der Arbeitnehmer beispielsweise nur 75 Prozent der Förderung beansprucht, etwa weil er nur drei statt vier Prozent seiner sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens spart, dann bekommt auch der mittelbar Berechtigte nur 75 Prozent seiner Zulage(n).

Aber immerhin: Ein mittelbar Berechtigter bekommt seine Zulage auch ohne eigene Einzahlungen. Wenn Sie für Ihre null Euro Einzahlung 154 Euro Zulage und gegebenenfalls Kinderzulage(n) bekommen wollen, dann müsste Ihr Ehemann seinen Riester-Vertrag in korrekter Höhe besparen.

Ich habe schon einen Bausparvertrag, auf den ich auch jeweils die Wohnungsbauprämie kassiere. Wenn ich mit meiner Bausparkasse auch "riestern" will, klappt das dann auch in einem Vertrag?

Nein. Sie können keinen Wohn-Riester-Vertrag abschließen und für diese Einzahlungen neben den Riester-Zulagen auch noch Wohnungsbauprämie kassieren.

Dann wird das für "Vermögenswirksame Leistungen & Wohn-Riester" wohl auch gelten, oder?

Richtig, und das gilt auch für die Arbeitnehmer-Sparzulage. Das wäre ja auch schwer zu berechnen, denn bei den Vermögenswirksamen Leistungen (VL) wird ja nur ein Teil der Einzahlung von Ihnen persönlich eingezahlt. Und es gibt sogar Tarifverträge, laut denen der Arbeitgeber die komplette Einzahlung bis zu einer bestimmten Einzahlungshöhe übernimmt und der Arbeitnehmer keinen Cent zugezahlt.

Für die Immobilienfinanzierung spielt das aber keine Rolle: Sie können sowohl mit Wohn-Riester-Bausparvertrag als auch mit dem VL-Bausparvertrag ein Guthaben ansparen, jeweils Fördergeld bekommen - und sich damit den Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen verdienen.

Da müsste ich aber insgesamt ziemlich viel einzahlen.

Für Riester wären es 1946 Euro, um 154 Euro Zulage zu bekommen - plus einen Steuervorteil je nach individuellem Grenzsteuersatz, der oft höher ist als die Zulage. Dabei gilt: Je mehr ein Steuerzahler verdient, desto höher ist diese Förderung. "Grenzsteuersatz" meint den Prozentsatz für die obersten Euro des Einkommens. Die anderen Riester-Eckdaten habe ich in diesem "Immobilien-Telefon" schon einmal ausführlich beschrieben.

Für die Wohnungsbauprämie müssten sie 512 Euro an Einzahlungen leisten, um 8,8 Prozent Förderung zu erhalten. Dabei müssen Sie die Einkommensgrenze einhalten: maximal 25 600 Euro als Lediger oder 51 200 Euro bei steuerlich zusammen veranlagten Verheirateten.

Für die Arbeitnehmer-Sparzulage bei den Vermögenswirksamen Leistungen zahlt der Staat auf maximal 470 Euro beim Bausparen die neunprozentige Zulage - aber nur, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen nicht mehr als 17 900 Euro (Ledige) bzw. 35 800 Euro (Verheiratete) beträgt.

Daraus errechne ich insgesamt Einzahlungen von 1946 Euro (Riester) plus 512 Euro (Wohnungsbauprämie) plus 470 Euro (Arbeitnehmersparzulage) - das wären 2928 Euro. Aber das gilt eben nur für den ledigen Arbeitnehmer bis 17 900 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen.

Bei einem zu versteuernden Ledigen-Einkommen von 17 900 bis 25 600 Euro kommt man mit 2458 Euro an Riester-Zulage und Wohnungsbauprämie. Und wer mehr als 25 600 Euro Einkommen zu versteuern hat, der rechnet hier nur mit den 1946 Euro für den Riester-Vertrag.

Mehr Tipps folgen hier am kommenden Sonnabend

"Für Riester zahlen sie maximal 1946 Euro, um 154 Euro Zulage zu bekommen"

Gudrun Gaebel, Vorsorge-Spezialistin und Bausparfachfrau