Finanzgericht

Nur zweimal in einer Wohnung übernachtet, aber volle Steuerpflicht

Auch wer nur tageweise in einer Wohnung lebt, ist steuerpflichtig.

Das hat das Hessische Finanzgericht (Az. 3 K 1060/09) entschieden. Eine Flugbegleiterin wollte sich mit der Klage gegen das Finanzamt wehren und verlor.

Sie lebt mit ihrem Mann im Ausland, doch ihr Arbeitgeber verlangte, dass sie in der Nähe ihres deutschen Einsatzflughafens eine Unterkunft hat. Deshalb mietete sie eine "Standby-Wohnung", in der sie zwei bis drei Nächte im Monat wohnte. Die Fluglinie behandelte die Klägerin als "beschränkt steuerpflichtig" und zahlte nur für einen Teil ihres Lohns hier Steuern. Das Finanzamt aber schickte der Frau einen Nachforderungsbescheid für Lohn- und Kirchensteuer.

Das Gericht gab dem Fiskus Recht: Die Klägerin habe einen inländischen Wohnsitz und sei hier unbeschränkt steuerpflichtig. Die geringe Größe (26 qm) der Wohnung, die spartanische Einrichtung und die geringe Zahl an Übernachtungen seien ebenso unerheblich wie der berufliche Übernachtungsgrund.