Umweltenergie

Wärmepumpen lohnen nicht immer

Wärmepumpen können Wohnhäuser energieeffizient beheizen. Bei Bedarf übernehmen sie auch die Warmwasserbereitung. Doch nicht immer verhalten sich die Geräte im realen Betrieb so energiesparend, wie sie laut Papierform eigentlich sein sollten.

Die Gründe dafür haben jetzt zwei Studien untersucht. Sie zeigen, dass Hausbesitzer für eine gute Energiebilanz eine ganze Reihe wichtiger Bedingungen einhalten müssen.

Dazu gehört neben einer guten Planung auch das richtige Heizsystem in den beheizten Zimmern. Dort sollte unbedingt eine Fußboden- oder Wandheizung ihren Dienst tun. "Außerdem sollte die tatsächliche Effizienz der Anlage im Betrieb auch regelmäßig überprüft werden", sagt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg. Nur wenn die Umweltbilanz der konkreten Wärmepumpe gut ist, erkennt im Ländle das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) diese Anlage als "erneuerbare" Heizenergie an.

Dass Wärmepumpen wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft arbeiten können, daran bestehen unter Fachleuten kaum Zweifel. Aber: Haben die Häuser keinen ausreichenden Dämmstandard, fehlt eine niedrige Vorlauftemperatur - wie sie Fußboden- oder Wandflächenheizungen aufweisen - und wurde eine sorgfältige Planung der Anlage versäumt, dann verbrauchen Wärmepumpen unnötig viel Strom. Das zeigt auch eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE, Freiburg). Die Daten für diese Untersuchung lieferten 71 ältere Ein- und Zweifamilienhäuser, bei denen Produkte von zehn unterschiedlichen Herstellern zum Einsatz kamen.

Jahresarbeitszahl mindestens 3,0

Bei den Erdreich-Wärmepumpen, die mittels Erdwärmesonden die Wärme aus dem Boden ziehen, ermittelten die Forscher eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von durchschnittlich 3,3 - liegt die Zahl über dem Wert von 3,0, arbeiten Anlagen energieeffizient. Diese Zahl unterschritten einige deutlich, gut geplante Anlagen hingegen kamen sogar auf Werte um die 4,0.

Bei Luft-Wärmepumpen wurde der durchschnittliche Wert von 2,6 ermittelt - zu wenig für einen ökologischen Einsatz von Strom. Dies bedeutet nämlich, dass pro eingesetzte Kilowattstunde Strom eine Heizleistung von nur 2,6 Kilowattstunden erzielt wurde. Bei solchen Werten sind Öl- oder Gasheizung eindeutig preiswerter, zumal diese Heizungstypen in der Anschaffung auch deutlich günstiger sind.

Auch bei der Kontrolle der installierten Wärmepumpen hapert es oftmals. In einer bereits 2009 erschienenen Studie der Landesenergieagentur KEA über die Betriebserfahrungen mit Wärmepumpen gaben zwar 90 Prozent der Hauseigentümer als Kaufmotiv die Umweltvorteile an und 82 Prozent die gute Wirtschaftlichkeit. Doch ganze drei von 125 befragten Wärmepumpen-Besitzer konnten detailliert Auskunft darüber geben, ob die erhofften Werte überhaupt eingetreten sind.

Bei Wärmepumpen sei eine Qualitätskontrolle vor und nach der Installation besonders wichtig, so Martin Sawillion von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. "Dazu sollten Hausbesitzer auf einen Wärmemengenzähler und einen separaten Stromzähler für die Wärmepumpenanlage achten", rät Sawillion deshalb. Nur so könne man selbst überprüfen, ob die Anlage in der Praxis gut arbeitet, also eine hohe Jahresarbeitszahl erreicht - oder ob sie sich zur Kostenfalle entwickelt. "Ein Wärmemengenzähler ist auch deshalb sinnvoll, da ohne ihn keine Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragt werden kann", ergänzt er.

Informationen zu Wärmepumpen gibt es online www.zukunftaltbau.de . Weitere Informationen zur Heizungs- und Altbausanierung bieten kostenlose Broschüren von "Zukunft Altbau", bestellbar unter Tel. 08000/12 33 33. tr