Neue Akzente, andere Atmosphäre

Mit Licht die Umgebung gestalten

Im grellen Licht einer Ankleidekabine sieht keiner gut aus, im Kerzenlicht hingegen schon. Auch im Haus, im Garten und auf der Terrasse setzt das richtige Licht Skulpturen und Pflanzen in Szene - und macht bei Nacht aus einer schlichten Birke sogar das Highlight aller Bepflanzung.

Es lohnt sich immer, Licht ins Dunkel zu bringen. Die Beleuchtung kann dabei rein funktional der besseren Sicht dienen, was vor Stürzen schützt und Einbrecher vertreibt. Sie kann aber auch eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen und Akzente setzen. "Mit Licht lässt sich der Eindruck rund ums Haus komplett verändern", sagt Annette Sinz-Beerstecher, Landschaftsarchitektin aus Rottenburg am Neckar. So lassen sich auch kleinere Mängel hervorragend kaschieren. Akzentuiert man beispielsweise die Tiefe des Gartens, erscheinen kleine Grundstücke größer.

"Man kann mit Licht Räume anders definieren, Schwerpunkte setzen und bestimmte Inhalte wie Bäume, Pflanzen, Brunnen oder Skulpturen bewusst hervorheben", sagt Sinz-Beerstecher. Wichtig sei es, dabei auf fließende Übergänge zu achten, denn bei starken Hell-Dunkel-Kontrasten falle dem Auge die Orientierung schwer - ob im Haus oder auch im Garten.

Je nach Zweck gibt es für Haus und Garten verschiedenste Arten von Leuchten: Bodenleuchten, kleine Strahler, Leuchtsteine, Stand- oder Schwimmleuchten. Künstliches Licht lädt zum Experimentieren ein.

Anstrahlen von unten

Normalerweise fällt Sonnenlicht von oben ein, erläutert Sinz-Beerstecher. Diese natürlich vorgegebene Lichtrichtung präge das Erscheinungsbild auch im Garten. "Mit der Hilfe von künstlichem Licht kann dieses Gesetz auch einfach mal umgedreht werden", sagt sie. Ungewöhnlich wirkten etwa die weiße Rinde und das lichtdurchlässige Laub einer Birke, wenn diese von unten mit einem Strahler beleuchtet werden. Aber nicht alle Pflanzen eignen sich hierfür. "Wenn man eine Eibe von unten bestrahlt, sieht sie wie tot aus", sagt die Expertin.

Unterschiede ließen sich auch mit der Lichtfarbe erzielen. Das klassische Spektrum reicht von gelblich-warm bis bläulich-kalt. "Licht ist eine sehr subjektive Geschichte, zu der jeder eine ganz eigene Haltung hat", sagt die Expertin. Letztlich müsse man es selbst ausprobieren. Wer die Wirkung sehen möchte, schnappe sich am besten eine Kabeltrommel und Leuchten und mache sich im Dunkeln auf Erkundungstour durch den Garten oder rund ums Haus.

Wohlfühl-Atmosphäre in den Wohnräumen wie auch auf der Terrasse schaffen vor allem Leuchten, die nicht zu grell sind. Sinz-Beerstecher bevorzugt hier indirektes Licht. Das wirke weicher als gerichtetes Licht. Ihr Tipp: "Ein indirekt angeleuchtetes Sonnensegel zum Beispiel erzeugt eine Grundhelligkeit, die nicht mit einer Lichtquelle in Verbindung gebracht wird."

"Die Beleuchtung von Zugangswegen lässt sich zum Beispiel über eine Zeitschaltuhr, einen Dämmerungsschalter oder manuell regeln", sagt Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des Branchenportals Licht.de in Frankfurt/Main.

Noch mehr lasse sich durch Bewegungsmelder sparen. Die Beleuchtung schalte sich dadurch nur ein, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. Damit kann man übrigens sowohl am wie im Haus operieren - und Geld sparen: Selten genutzte Wege im Haus wie zum Keller, Dachboden oder Hauswirtschaftsraum sind dann sofort erleuchtet und wieder ausgeschaltet, wenn der Melder keine weitere Bewegung mehr registriert. Außerdem ist das praktisch, wenn man beim Verlassen des Kellers mit einem Kasten Mineralwasser gerade keine Hand mehr frei hat, die einen Lichtschalter bedienen könnte.

Bewegungsmelder im Vorteil

Auch sparen kann man mit Halogenlampen, Energiesparlampen oder Leuchten mit der LED-Technik. Welches Leuchtmittel man wählt, hängt vom eigenen Geschmack und von der Nutzung ab. "Wenn man mit Bewegungsmeldern arbeitet, möchte man natürlich, dass das Licht sofort in guter Leuchtstärke da ist", sagt Waldorf. Während eine LED-Lampe und eine herkömmliche Glühlampe beim Anknipsen sofort in voller Helligkeit erstrahlen, brauchen viele Energiesparlampen vergleichsweise lange, bis sie ihre volle Lichtstärke entwickelt haben.

In puncto Energieeffizienz seien die neueren LED mit guten Energiesparlampen längst vergleichbar, sagt Waldorf. Sie haben zudem sogar eine längere Lebensdauer. "Allerdings haben gute LED-Lampen zur Zeit noch einen relativ hohen Preis", sagt der Lichtexperte.

Feuer in Form von Kerzen, Fackeln, Öllampen oder Feuerschalen ist eine günstige und oft besonders stimmungsvolle Alternative. Anders als künstliches Licht ist Feuer jedoch keine permanente Beleuchtungslösung. Und: Man muss sich darum kümmern und muss wegen der Brandgefahr am Ort bleiben, warnt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das Sichere Haus (Hamburg). Eine Feuerschale steht daher am besten auf einer Stein- oder Betonplatte, und Fackelstangen stecken fest in der Erde.