Rechtstipps

Mieter müssen üble Gerüche im Haus nicht hinnehmen

Gestank aus Nachbarwohnungen müssen Mieter nicht klaglos ertragen. Der Vermieter müsse solche Mängel beseitigen, berichtet die Zeitschrift "Wohnungswirtschaft & Mietrecht". Komme er dieser Pflicht nicht nach, könne der Mieter einen Gutachter beauftragen, der die Belästigung feststellt, entschied das Landgericht Berlin (Az. 65 S 296/10).

Die Kosten dafür müsse der Vermieter tragen.

In dem Fall hatten sich Mieter einer Wohnung im zweiten Stock wiederholt über Nachbarn aus dem ersten Stockwerk beschwert. Der ältere Mann dort hatte einen Hund, der im Treppenhaus urinierte, und in der Wohnung des Mannes lagerte Müll. Der Gestank drang bis in die Nachbarwohnungen. Nachdem sich trotz der Beschwerden am Zustand nichts änderte, holten die Mieter von oben ein Gutachten ein und kürzten die Miete.

Zu Recht, sagten die Richter. Der Gestank sich zersetzenden Mülls werde als besonders unangenehm empfunden; daher sei eine Mietminderung angemessen. Da der Vermieter den Mangel nicht beseitigt habe und keine Beeinträchtigung anerkennen wollte, sei es dem Mieter gestattet gewesen, ein Gutachten einzuholen, um seine Rechte durchzusetzen.