Urteil

Asbest im Zimmer, trotzdem keine Mietminderung

Gebundener Asbest in den Wänden einer Wohnung berechtigt nicht automatisch zu einer Mietminderung. Das entschied das Landgericht Berlin (Az. 63 S 42/10). Zwar sei die Wohnung für den Mieter nur eingeschränkt nutzbar. Diese Einschränkung sei aber nicht erheblich.

In dem Fall waren die Trennwände einer Wohnung asbestbelastet, berichtet der Eigentümerverband Haus & Grund. Die Mieter verlangten eine Instandsetzung und machten gleichzeitig Mietminderung geltend.

Die Instandsetzungsklage sei gerechtfertigt, befanden die Richter - nicht aber die Mietminderung. Die gesundheitsgefährdenden Asbestfasern wären nur bei direkter Einwirkung freigesetzt worden, etwa durch das Bohren von Löchern. Die Mieter hätten aber an die leichten Trennwände ohnehin keine schweren Lasten hängen können. Ihre Bilder hätten sie mittels Klebehaken aufhängen können.

( dpa )