Gemeinschaft

Immobilie auch gegen den Willen von Miterben verkaufen

Der Verkauf eines Grundstücks kann auch gegen den Willen einzelner Miterben einer Erbengemeinschaft zulässig sein.

Nötige Voraussetzung ist dann allerdings, dass der materielle Wert des Erbes nicht gemindert wird. Dies hat das Oberlandesgericht Koblenz entschieden (Az. 5 U 505/10), wie die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein berichtet.

In einer Erbengemeinschaft schlossen drei Miterben einen notariellen Vertrag über den Verkauf eines noch unbebauten Grundstücks. Der Käufer war eine Kirchengemeinde. Doch ein weiterer Miterbe verweigerte die Zustimmung zu diesem Verkauf. Ihn verklagte daraufhin eine Miterbin aus dem Verkäufer-Trio.

Mit Erfolg: Der Beklagte müsse dem notariellen Vertragsschluss zustimmen, entschieden die Richter. Der Verkauf gehöre zu den möglichen Verwaltungsmaßnahmen einer Erbengemeinschaft. Schließlich erschöpfe sich die Verwaltung eines Nachlasses nicht allein in dessen Sicherung, Erhaltung und Nutzung, sondern könne auch den Verkauf von Nachlassgegenständen umfassen.

Allerdings seien Verkäufe, die eine "wesentliche Veränderung" nach sich zögen, gegen den Willen einzelner Miterben nicht möglich. Das heißt: Der materielle Wert dürfe nicht gemindert werden. Eine solche Gefahr sei bei diesem Grundstücksverkauf nicht gegeben, da der erzielte Kaufpreis durchaus angemessen gewesen sei.