Verträge

Festpreis heißt nicht Endpreis

"Einfamilienhaus Typ x zum Festpreis y" - so und ähnlich lauten Vertragsregelungen, die Schlüsselfertiganbieter arglosen Käufern anbieten. Das klingt, zumal wenn es im Vertrag verankert ist, als könnte der Bauherr am Stichtag sein fertiges Haus zum Fixpreis beziehen - komplett und ohne je mit dem Baugeschehen behelligt worden zu sein.

Doch das ist ein Irrtum, warnt der Verband Privater Bauherren.

Vor allem liegt das daran, dass die Vertragsmuster vieler Bauunternehmen auf den Fall zugeschnitten sind, in dem das Baugrundstück noch gar nicht festliegt. Der versprochene Festpreis kann aber nur dann eingehalten werden, wenn alle Annahmen, die beispielsweise den Baugrund betreffen, später auch mit der Realität auf dem Grundstück perfekt übereinstimmen. Erfordert etwa der Baugrund zusätzliche Investitionen, etwa bei der Abdichtung des Kellers, dann kostet das später extra. Dieser Fall und seine Folgen stehen zwar auch im Vertrag, doch nur selten ist dies für den Bauherren-Laien erkennbar und übersichtlich zusammengefasst - meist ist dies über alle Kapitel des Bau-Leistungs-Verzeichnisses verstreut.

Satte Zusatzgewinne

Darüber hinaus, so warnt der Verband, gibt es eine ganze Reihe von Extras, die den "Festpreis" ins Wanken bringen und dem Bauunternehmer satte Zusatzgewinne bescheren: Sind beispielsweise ganz konkret die Erdbodenklasse, Erdbebenzone, Windlastzone, Schneelastzone, Grundwasserlastfall, waagerechte Baugrundlage, Klimaregion, gleiche Höhe von Baugrund und Erschließungsstraße vor Ort nicht wie im Vertrag vorausgesetzt, dann stellt der Bauunternehmer erforderliche Zusatzarbeiten dem Käufer in Rechnung. Das ist sogar, weil ja vertraglich vereinbart, rechtens - es sei denn, das Grundstück ist dem Bauunternehmer bei Vertragsabschluss schon bekannt. Dann muss über Nachforderungen oft ein Gericht entscheiden. Aber welcher angehende Hausbesitzer riskiert während des Baus schon Streit und möglichen Baustopp? Deshalb rät der Verband: Vor Vertragsabschluss sollte man alles Schriftliche von unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen.