Solarstrom

Fotovoltaik lohnt sich für Hausbesitzer

Mit dem Wüstenstrom-Projekt Desertec schaffte es das Thema Sonnenenergie auf die Titelseiten und in die Nachrichtensendungen: 400 Milliarden Euro sollen in Nordafrikas Wüste investiert werden, um Europa mit umweltfreundlichem Solarstrom zu versorgen.

Doch mit weniger Geld und viel näher können sich viele Hausbesitzer an der Stromproduktion beteiligen: mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Hausdach. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall rechnet vor, wie günstige Konditionen für die Finanzierung und die garantierte Einspeisevergütung das Kraftwerk auf dem Dach zu einer lohnenden Angelegenheit machen. Aber: Die Einspeisevergütung neuer Anlagen nimmt von Installationsjahr zu Installationsjahr ab.

Das Prinzip hat sich längst bewährt: Sonnenlicht wird mit Hilfe von Solarmodulen in Strom umgewandelt wird. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hat ausgerechnet, dass eine Fläche von 5000 Quadratkilometern ausreichen würde, um mit Fotovoltaikanlagen auf dem neuesten Stand der Technik den Strombedarf von ganz Deutschland zu decken. Doch bis dahin wäre es noch ein weiter Weg: Derzeit werden - trotz rasanten Wachstums der Solarwirtschaft - erst ein bis zwei Prozent der möglichen Solarerträge genutzt.

Zehn Kilowatt Leistung

Mit einer Fotovoltaikanlage auf dem eigenen Dach können Bauherren und Hausbesitzer ihren Teil dazu beitragen, dass der Solarstromanteil weiter erhöht wird. Solche Anlagen auf privaten Wohnhäusern, üblicherweise mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt, machen immerhin bereits ein Drittel der hier installierten Solarkapazität aus.

Nicht nur der Ökologie wegen, sondern auch unter finanziellen Aspekten lohnt sich die Investition in eine Fotovoltaikanlage. Zum einen waren die Preise für Solaranlagen in den letzten Jahren stark rückläufig: Pro Kilowatt installierter Leistung gingen die Kosten auf unter 4000 Euro zurück. Zum anderen sind die Konditionen für die Finanzierung günstig, und die gesetzliche Einspeisevergütung für den Solarstrom garantiert 20 Jahre lang einen konstanten Ertrag.

Diesen Solarertrag kann man grob nach folgender Faustformel berechnen: Je Kilowatt Nennleistung werden pro Jahr zwischen 800 und 1200 Kilowattstunden Strom erzeugt. Da man für jedes Kilowatt je nach Wirkungsgrad etwa acht Quadratmeter Modulfläche benötigt, bedeutet das: Ein Quadratmeter produziert im Jahr zwischen 100 und 125 Kilowattstunden Solarstrom.

Der Betreiber erhält nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für jede Kilowattstunde eine Vergütung von 43,01 Cent - und das garantiert für eine Dauer von 20 Jahren. Das macht bei einer typischen Anlage mit einer Leistung von vier Kilowatt einen jährlichen finanziellen Ertrag zwischen 1400 und 1700 Euro.

Für neue Anlagen aber, die nach 2009 ans Netz gehen, sinkt die Vergütung: 2010 um acht Prozent, 2011 noch einmal um neun Prozent. Eine 2009 installierte Anlage mit einer Leistung von vier Kilowatt kostet rund 16 000 Euro und dürfte pro Jahr 3600 Kilowattstunden Strom liefern.

Selbst wer keinen Cent dafür ausgibt und alles per Kredit finanziert, könnte bei 1200 Euro Ausgaben (z.B. 4,5 Prozent Zinsen, 3,0 Prozent Anfangstilgung) eine jährliche Einspeisevergütung von rund 1550 Euro kassieren. Macht nach 20 Jahren selbst nach Abzug von 100 Euro für die jährliche Wartung der Anlage noch rund 5000 Euro Überschuss.

Südausrichtung ohne Schatten

Ob Neu- oder Altbau, vor allem eins ist wichtig: Es sollte sich um ein südlich ausgerichtetes Dach handeln, das möglichst ohne Verschattung bleibt. Während solarthermische Anlagen zur Warmwassererwärmung oder Heizungsunterstützung selbst diffuse Strahlen hinter Wolkendecken nutzen, sind Solarmodule auf direkte Sonnenstrahlung angewiesen - ohne Zweige und Blattwerk von Bäumen. Letzteres mindert den Stromertrag beträchtlich.

Und die Montage? Vor allem bei Altbauten ist die Aufdachmontage oft die einfachste Lösung. Dabei werden auf den Dachsparren Haken für die Montageschienen angebracht. Daran werden die Solarmodule befestigt. So liegen die Module dicht über den Ziegeln, die weiter die Außenhaut des Daches bilden.

Bei der "Indachmontage" hingegen werden Dachziegel entfernt und Module dort direkt auf die Dachlatten montiert. Optisch ist diese - aufwendigere - Lösung meist attraktiver. Dafür aber sinkt der Stromertrag etwas, weil die Module anders als bei der Aufdachmontage nicht "hinterlüftet" sind, was im Sommer zu höheren Zelltemperaturen und einem geringeren Wirkungsgrad führt.

Ist die Anlage installiert, läuft sie meist von allein. Fehler treten selten auf, viele Hersteller geben eine Leistungsgarantie von 20 Jahren und mehr. So können Hausbesitzer die Sonne ungestört für sich arbeiten lassen.