Luxusimmobilien

Edle Wohnungen in Großstädten begehrt

In Hamburg floriert die Vermittlung von Luxusimmobilien in Deutschland derzeit am besten. Eine neue Studie der auf solche Objekte spezialisierten Maklergesellschaft Dahler & Company kommt fürs erste Halbjahr 2010 zu diesem Ergebnis - wobei Kaufobjekte mit einem Preis von 750 000 Euro oder mehr als Luxusimmobilie gelten. Berlin arbeitet sich nur langsam an die führenden Plätze heran.

Die Hafenstadt an der Elbe kann die Bundeshauptstadt nicht toppen. In Hamburg fanden im ersten Halbjahr 2010 Häuser und Luxuswohnungen im Gesamtwert von 237,2 Millionen Euro neue Eigentümer. "Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 bedeutete das einen Zuwachs im Transaktionsvolumen von 82,8 Prozent", freut sich Geschäftsführer Björn Dahler.

In Berlin stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2010 deutlich geringer, aber doch immerhin um 7,2 Prozent und erreichte damit ein Volumen von insgesamt 95,5 Millionen Euro. Gefragt waren hier im Luxussegment vor allem die teuersten Eigentumswohnungen der Stadt. Dahler: "Die Zahl der Kauffälle stieg um 75 Prozent von 28 auf 49." Hingegen wurden in Berlin nur noch 36 Eigenheime der Toppreis-Kategorie veräußert - elf weniger als im Vorjahreszeitraum.

Top-Objekte als Geldanlage

Auch in Düsseldorf und Köln sind Luxushäuser deutlich weniger begehrt. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wechselten nur 16 Häuser im für mehr als 750 000 Euro in den ersten sechs Monaten 2010 den Eigentümer - gegenüber 29 im Vorjahreszeitraum. In Köln brach der Umsatz bei freistehenden Luxushäusern sogar um 51,6 Prozent ein. "Im Spitzensegment bei Häusern im Wert von mehr als 1,5 Millionen Euro kam das Geschäft sogar fast zum Erliegen", berichtet Dahler. Nur ein Haus fand zu dem Preis einen Abnehmer.

Dass Luxuswohnungen den Luxuseigenheimen derzeit den Rang ablaufen, liegt vor allem daran, dass viele der Käufer die Immobilien primär als Kapitalanlage betrachten. Vor allem bei neu errichteten Eigentumswohnanlagen ließen sich in den ersten Jahren beträchtliche Renditen erzielen, sagt Dahler. Speziell bei Neuvorhaben mit einem "gewissen Etwas" nehme die Begehrlichkeit nach der Erstvermarktung deutlich zu. "Viele Interessenten freuen sich anschließend, noch eine Chance zum Erwerb einer solchen Wohnung zu bekommen", sagt er. Dies treibe dann die Preise in die Höhe. Zudem ließen sich Luxuswohnungen einfacher vermieten als Häuser.

Begehrt sind bei Kapitalanlegern vor allem Objekte unterhalb des Luxussegments, die auf eine breitere Nachfrage in größeren Kreisen potenzieller Mieter treffen. Neubauwohnungen in sehr guter Lage in Mitte und Kreuzberg werden der Studie zufolge zu Preisen ab 2200 Euro pro Quadratmeter angeboten und werfen eine Jahresmiete von mindestens 120 Euro pro Quadratmeter ab.

Damit bringen die Objekte eine Anfangsrendite von 5,4 Prozent - und deutlich mehr als zehnjährige Bundesanleihen, deren Erträge unter drei Prozent liegen. "Entsprechend schnell lassen sich solche Wohnungen auch verkaufen", sagt Anne Riney, Berlin-Expertin bei Engel & Völkers: "Die durchschnittliche Vermarktungsdauer beträgt derzeit in Berlin für solche Objekte nur drei Monate."

Und München, die Metropole des Wohlstands? Die neueste Münchner Luxuswohnimmobilie entsteht in einem ehemaligen Fernheizkraftwerk. Bis Anfang 2012 soll in bester Innenstadtlage der künftige Szenebau "The Seven". Die Penthousewohnung an dessen Spitze soll 20 000 Euro pro Quadratmeter kosten. Selbst für Münchner Verhältnisse, wo Käufer hochwertiger Wohnungen bis zu 7000 Euro/qm zahlen, ist das ein stolzer Preis.

Viele Verkäufe in München

Die Projektentwickler und Investoren, die das Heizkraftwerk zum Luxusdomizil samt 6000 Quadratmeter Park umbauen, haben dennoch kein Vermarktungsproblem. "Das Interesse von Eigennutzern und Investoren ist so groß, dass wir bereits vor dem Vertriebsstart 30 Prozent aller Wohnungen verkauft haben", sagt ein Geschäftsführer.

Dass der Markt für Luxuswohnobjekte in München intakt ist, bestätigt auch die Dahler & Company-Studie: "In der bayerischen Landeshauptstadt hat sich dieses Segment im Vergleich mit den anderen großen deutschen Metropolen am beständigsten entwickelt", sagt Björn Dahler. 144 Häuser und Wohnungen in dieser obersten Qualitätskategorie wechselten in München in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres für insgesamt 217,2 Millionen Euro den Besitzer. "Das entspricht 10,8 Prozent Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum", sagt Dahler.