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Ökofarben für ein gesundes Raumklima

Trend Öko ist längst nicht mehr Trend, sondern fast schon Standard. Auch in den eigenen vier Wänden ist Natur im Kommen. "Ökofarben und -putze präsentieren sich so variantenreich, dass sie bei jedem Designwettbewerb mithalten", weiß Schwäbisch-Hall-Expertin Ingrid Lechner.

Wand Die Wände haben einen maßgeblichen Einfluss auf den Raum: Ihre Inhaltsstoffe und deren Freisetzung eventueller Schadstoffe beeinflussen unsere Gesundheit. Schlagwörter wie "Bio", "Öko" oder "Natur" sind vom Gesetzgeber nicht klar definiert, daher legen die Hersteller sie mitunter großzügig aus. Es kann vorkommen, dass nur einzelne synthetische Komponenten durch natürliche ersetzt werden.

Untergrund Wird eine Wand verputzt oder gestrichen, stellt sich die Untergrund-Frage. Latexanstriche etwa verhindern den Feuchtigkeitsausgleich und müssen vor der Renovierung entfernt werden. Nur so lässt sich die Wand baubiologisch einwandfrei bearbeiten.

Putz Ökologische Wandoberflächen lassen sich mit Lehm- oder Kalkputz sowie Lehm- und Kalkfarben und auch mit rein mineralischen Farben herstellen. Im Gegensatz zum gängigen Gipsputz können Lehm und Kalk die aufgenommene Feuchtigkeit sehr gut wieder abgeben - positiv fürs Raumklima. Kalkputz und Kalkfarbe eignen sich für Räume mit Feuchtigkeitsproblemen, denn Kalk ist stark alkalisch und gibt Schimmelpilzen keine Chance.

Wand Für neue nichttragende Wände empfehlen Baubiologen Lehmbauplatten mit Metallständerwerk. Sie sind dicker, schwerer und teurer als Gipsfaser, müssen aber nicht zweilagig verarbeitet werden. Aus baubiologischer Sicht sind Gipsfaserplatten aus Wasser, Gips und Zellulose zwar auch unbedenklich. Sie enthalten keine weiteren Zusatzstoffe, die ausdünsten könnten. Dafür hat Lehm zusätzlich die Eigenschaft, Schadstoffe aus der Luft (Zigarettenrauch) aufzunehmen und zu neutralisieren.

Tapeten Papiertapeten kommen unter gesundheitlichen Aspekten gut weg. Besitzen sie das Gütesiegel "Blauer Engel", ist gewährleistet, dass sie zu 60 Prozent - bei Raufaser 80 Prozent - aus Altpapier sind. Aber: Je mehr Anstriche eine Raufaser erhält, desto stärker lässt ihre Atmungsaktivität nach.

Bauvertrag Bauherren, die Wert auf gesunde eigene vier Wände legen, rät Ingrid Lechner, im Bauvertrag die Verwendung gesundheitlich unbedenklicher Baustoffe festschreiben zu lassen: