Grundbuch, Finanzierung und Erbfall

Im Traumhaus ohne Trauschein

Die eigenen vier Wände sind nicht nur für viele Eheleute ein lang ersehnter Traum. Auch unverheiratete Paare, die dauerhaft zusammenleben wollen, wollen in einem gemeinsamen Haus alt werden. Dabei muss man nicht einmal den Trennungsfall an die Wand malen, um sich zu sagen, dass schriftliche Vorkehrungen ihren Sinn haben.

Eine Baufinanzierung zu zweit sollte mit einem Experten geregelt werden. Menschen, die in "wilder Ehe" leben, sollten dabei auch Vereinbarungen für den Todesfall treffen - die gesetzliche Erbfolge ist dann nämlich oft anders als gewünscht.

Auch bei anderen Punkten kann es sinnvoll sein, sie schriftlich zu regeln. "Optimal wäre es, wenn man sich, ähnlich wie bei einem Ehevertrag, zu Beginn der Investition darüber vertraglich einigen würde, wie im Falle einer Trennung zu verfahren ist", sagt Helmut Weigt (Bundesverband Finanz-Planer): "Lieber alles regeln, wenn man sich noch einig ist, als sich später ohne Vertrag streiten und sich damit zu ruinieren - wirtschaftlich wie seelisch."

Vor dem Hausbau oder -kauf sollten beide Seiten zunächst klären, wie die wirtschaftlichen Verhältnisse - Eigenkapital und Einkommen - verteilt sind. Beispiel: Beide leisten denselben Anteil zur Finanzierung. Dann sollte jeder als hälftiger Miteigentümer im Grundbuch der Immobilie eingetragen werden.

Nach Ansicht von Matthias Rösler, Fachanwalt für Erbrecht in München, vermeiden solche exakten Regelungen Streit. Ist also schriftlich fixiert, durch wen in welchem Umfang das Haus finanziert wurde und wer die Schulden zu welchem Anteil trägt, ist eine erste wichtige Hürde genommen. Wenn der eine Partner einen geringeren Beitrag zum Hausbau geleistet hat, sollte er dennoch als Miteigentümer im Grundbuch stehen. "Sonst hat er keine Eigentumsrechte", warnt Rösler.

Zudem sollte geregelt werden, was im Todesfall oder bei einer Trennung mit dem Anwesen geschehen soll, sagt Peter Janecek (Notarkammer Thüringen). Haben also beide das Darlehen aufgenommen, müssen auch nach einer Trennung weiter Raten an die Bank gezahlt werden. Will oder kann ein Partner den vereinbarten Ratenbetrag nicht zahlen, kann der andere dagegen kaum etwas tun. "Gegen die Zahlungsunwilligkeit des Partners gibt es keine Absicherung", sagt Rösler.

Entscheiden sich beide nach einer Trennung zum Verkauf des Hauses, empfiehlt Weigt Vereinbarungen, "wie ein Überschuss aus dem Verkaufserlös verteilt werden soll". Einigen sich beide Seiten übrigens nicht, die Immobilie zu veräußern, könne jeder, sofern er Miteigentümer ist, die Versteigerung betreiben, erklärt Rechtsanwalt Rösler.