Innenarchitektur

Tapeten-Trend: Mal ganz edel, mal ganz grell

Tapeten sind nicht nur eine exklusive Dekoration - sie entwickeln sich mittlerweile zu einer "Wandkultur aus unterschiedlichsten Stilrichtungen, Farbgebungen und Materialien", wie das Deutsche Tapeten-Institut (Düsseldorf) beobachtet.

Neben Dauerbrennern unter den Tapeten-Trends wie Matt-Glanz-Effekten, Schwarz-Weiß-Grau-Kombinationen oder auch frischen Farben wie Beere oder Apfelgrün hat die diesjährige Messe "Heimtextil" in Frankfurt/Main kürzlich noch mehr Neuheiten für alle Interior-Fans präsentiert.

Stone Age will eine moderne Steinoptik in Szene setzen: Natürliche Strukturen gepaart mit etwas Dreidimensionalität bestimmen den Look von Tapeten in Naturstein-Optik. Ob Schiefer, Marmor oder Backstein - tapezierte Wände im Steindekor geben ein modernes und trotzdem natürliches Flair. Sie sollen sich in fast alle Raumsituationen integrieren lassen, so das Institut. Neben Stein zählt 2011 auch Holzoptik zu den Favoriten an der Wand. Auch Leder und Filz würden auf Papier nachgeahmt.

Color Blocking ist ein Kontrastprogramm an der Wand. Hier sind bei Tapeten knallige Farben aktuell, die in unifarbenen Blöcken miteinander kombiniert werden. Beim Color Blocking gibt es keine Tabus: Jede Farbe kann mit einer anderen kombiniert werden - je auffälliger, desto besser. So kann zum Beispiel in einem Raum eine Wand in leuchtendem Apfelgrün, eine andere Wand in Hellrot und wieder eine andere in Beerenfarben gestaltet werden.

Dazu aber ein Tipp der Zeitschrift "Schöner Wohnen": Wer bei Wänden auf starke Farben setzt, sollte für große Flächen tiefe Töne nehmen. Im Raum sei es hingegen sinnvoll, Farbfamilien kombinieren, um das Auge nicht zu überfordern. Besonders harmonisch wirke ein Ton-in-Ton-Konzept. Soll es bunter sein, böten sich benachbarte Farben im Farbkreis an: Ausgewogene Farbakkorde entstehen zum Beispiel mit Lila, Aubergine und Blau oder mit Orange, Gelb und Grün.

Horizontal geklebt

Quer statt längs: Wo früher die Tapeten längs an der Wand hingen, werden Streifentapeten nun quer an die Wand geklebt. Querstreifen sollen dem Raum mehr Weite verleihen. Auch einzelne Paneele, die als Highlight die ansonsten einheitliche Tapete durchbrechen, sind angesagt und setzen gezielt Akzente.

Edle Formen: Ob Rauten, Kuben oder filigrane Linien - grafische Formen geben Räumen Modernität und puristische Eleganz. Vor allem in Kombination mit unifarbenen Wänden in gedeckten Farben wie "Greige" - der beliebten Mischung aus Grau- und Beige-Tönen oder kräftigen Farben wird der Raum zum Eyecatcher. Auch Muster aus den 50er-Jahren mit lieblichen Details werden jetzt gern angeklebt.

Eigene Fotografien : Der persönlichen Kreativität sind mit Digital-Tapeten keine Grenzen mehr gesetzt. Individualisten haben ihre ganz persönlichen Erinnerungen, aber auch vorgegebene Motive als Fototapete an der Wand - mal als Landschaftspanorama, mal Details in Groß.

Oberflächenstruktur: Tapeten, die natürliche Materialien wie Leder, Pflanzenfasern oder Filz nachahmen, bieten nicht nur eine einzigartige Optik - sie überzeugen auch durch ihre Haptik: Wie fühlt sich das an? Die aus der Mode stammende Crush-Optik spielt mit visuellen Effekten. Dieser Trend verleiht Wänden einen plastischen, teilweise dreidimensionalen Effekt und eine oft ungewöhnliche Raumwirkung.