Kündigung

Schneller Wechsel zum neuen Stromversorger

Wird Strom immer teurer, können Verbraucher den Versorger wechseln. Das geht online ohne großen Aufwand. Aber Vorsicht: Manche Anbieter locken mit nur vermeintlich günstigen Tarifen.

Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 haben nach Angaben der Bundesnetzagentur 14 Prozent der deutschen Haushalte den Stromversorger gewechselt. Ein solcher Wechsel ist einfach und kostenlos. Unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist kann ein Kunde jederzeit wechseln. "Darüber hinaus besteht bei Preiserhöhungen in der Regel ein Sonderkündigungsrecht", sagt Peter Kafke (Verbraucherzentrale Bundesverband, Berlin). Dies gilt auch im Falle eines Umzugs.

Die vier großen Stromkonzerne E.on, EnBW, RWE und Vattenfall dominieren Kafkes Angaben zufolge nach wie vor den deutschen Erzeugungsmarkt. Daneben gibt es aber eine Vielzahl kleiner Anbieter. "In den meisten Netzgebieten können die Verbraucher mittlerweile unter mehr als 50 potenziellen Stromlieferanten auswählen", sagt Rainer Warnecke von der Bundesnetzagentur (Bonn).

Auf dem Gasmarkt dagegen ist die Auswahl kleiner, aber in den meisten der 600 Netzgebiete könnten Verbraucher unter mindestens sechs Anbietern wählen.

Vergleichen lohnt

Kein Anbieter ist immer und überall günstig. Vergleichen lohnt sich also. "Tarifrechner im Internet sind eine praktische und schnelle Hilfe: Man gibt zunächst seine Postleitzahl und seinen Jahresverbrauch ein", erklärt Achim Schröder (Stiftung Warentest): "Bei vielen Rechnern gibt es weitere Filtermöglichkeiten wie ,nur Ökostrom'." Die Stiftung hat untersucht, welche Rechner die günstigsten Angebote finden, über die aktuellsten Daten verfügen und die Kunden am besten über den Wechsel informieren. "Testsieger war Verivox.de. Aber auch Tarifvergleich, Toptarif.de oder Wer-ist-billiger.de waren gut", erläutert Schröder.

Neben dem Tarif müssen die Vertragskonditionen geprüft werden. Je kürzer die Laufzeiten und die Kündigungsfristen sind, umso flexibler ist der Kunde. Kafke warnt vor Anbietern, die Vorauskasse oder Kaution verlangen: "Bei einer Insolvenz ist eingezahltes Geld dann verloren." Auch Sonderabschläge seien für den Kunden ungünstig, genauso wie vermeintlich lukrativ erscheinende Paket-Preise. Hier sei der Preis an eine bestimmte Verbrauchsmenge gekoppelt.

Wer weniger verbraucht, bekomme kein Geld zurück, und wer mehr verbraucht, müsse sogar draufzahlen. Daher empfehlen alle Experten eine Preisgarantie für die Vertragsdauer und eine monatliche Ratenzahlung. Ein Wechsel dauert "ein bis zwei Wochen" und vollzieht sich nur auf dem Papier, sagt Kafke. Zähler oder Leitungen werden nicht ausgebaut. Für die Wartung des Netzes ist weiterhin der örtliche Betreiber zuständig.