Haustür

Beim Eingang zählt der erste Eindruck

Eine schöne Tür, stimmiges Licht und eine dezente Dekoration wirken einladend auf Gäste: Hauseingänge schaffen eine architektonische Verbindung zwischen innen und außen. Neben einer schönen Optik muss der Eingangsbereich aber auch einen sicheren Zutritt ermöglichen.

Wer den Hauseingang neu oder erstmals gestalten will, sollte darauf achten, dass er mit dem Haus harmoniert. Vor allem bei Altbauten muss die jeweilige Bauepoche berücksichtigt werden, rät Thomas Drexel, Fachbuchautor und Architekt aus Augsburg. Haustür, Fenster und die übrigen Gestaltungselemente sollten ein stimmiges Ganzes ergeben. Eine vorgefertigte Haustür aus Baumarkt oder Ausstellung sollte zum Beispiel nur gekauft werden, wenn sie sich gut in das Gesamtkonzept einfügt.

Ob Holz, Aluminium oder Kunststoff: Aus den gängigen Materialien lassen sich gute Türen herstellen, die auch die seit 2006 gültige Produktnorm DIN EN 14351-1 erfüllen. Dort stehen Mindeststandards zu Wasser- und Winddichte, Haltbarkeit und Dämmwerten. Eine Orientierungshilfe bei der Auswahl bietet auch das RAL-Gütezeichen 996, das die Gütegemeinschaft für Fenster und Türen vergibt.

Holz, Alu oder Kunststoff

Holz hat die besten natürlichen Dämmeigenschaften und ist zumeist ökologisch empfehlenswert, sofern nachhaltig angebaut. Aluminium und Kunststoff verziehen sich bei großen Temperaturunterschieden zwischen drinnen und draußen stärker als Holz; dafür sind sie widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse. Das besonders leitfähige Aluminium muss gegen Wärmeverluste geschützt werden, zum Beispiel durch Stege aus Kunststoff zwischen Innen- und Außenseite. Durch die Kombination zweier Materialien lassen sich die jeweiligen Vorteile nutzen und Schwächen ausgleichen, etwa bei Holztüren mit einer wetterfesten Außenschale aus Aluminium.

Die besten Dämmwerte erzielt man mit einem Dämmkern aus Kork oder Polyurethanschaum zwischen Innen- und Außenschale der Tür. Gute Türen sollten einen U-Wärmedurchgangswert zwischen 1,0 und 1,5 erreichen - je kleiner der Wert, desto geringer der Wärmeverlust pro Quadratmeter. Für Passivhäuser geeignete Haustürmodelle schaffen sogar schon U-Werte von 0,6.

Entscheidend für die Wärmedämmung und die Winddichtigkeit ist aber auch, dass die Tür mit zwei umlaufenden Dichtungen ausgestattet ist. Günstig sind auch gedämmte Türschwellen, die sich beim Schließen der Tür auf den Boden absenken. Glaseinsätze sollten unbedingt aus Wärmeschutz-Isolierglas bestehen. Auf Brief- oder Zeitungsschlitze in der Tür verzichtet man besser ganz - durch sie geht zu viel Wärme verloren.

Wer in eine neue Haustür investiert, sollte auch auf moderne Standards achten. Heute haben viele Modelle längst einbruchsichere Schlösser, erläutert Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik (Rosenheim). Damit auch Haustür und Garagentor optisch harmonieren, bieten darüber hinaus einige Hersteller aufeinander abgestimmte Modelle an.

Auch die kleinen Elemente des Eingangsbereichs wie Briefkasten, Klingelknopf, Außenleuchten oder Vordach sollten zueinander passen. Mit Schmuckelementen wie Tonfiguren wird besser sparsam dekoriert, warnt Drexel. Buchsbäume oder Hibiskus in Terrakottatöpfen wirken ebenfalls einladend und passen zu jedem Baustil.

Und damit keiner über die Terrakottatöpfe stolpert, muss auch die Sicherheit des Entrees zum Thema gemacht werden. "Um sich in der Dunkelheit leichter zu orientieren und Stolperfallen zu erkennen, sollten Wege und Haustür gut beleuchtet werden", sagt Susanne Woelk von der Aktion Das sichere Haus in Hamburg. Leuchten an der Haustür mit Bewegungsmeldern können diese Aufgabe übernehmen. Dann muss Licht nicht per Hand angeschaltet werden.

"Licht im Eingangsbereich schützt nicht nur vor Stolperfallen und ungebetenen Gästen", erklärt Andreas Lang vom Portal Licht.de (Frankfurt/Main). Denn fehlt die Beleuchtung der Haustür, stehen Besucher im Halbdunkel. Vom Gastgeber ist dann auch nur die Silhouette zu sehen, da ihm das Licht der Flurbeleuchtung in den Rücken scheint.

Nur sparsam dekorieren

Für Haustüren ohne Vordach sind Wandleuchten empfehlenswert. Ist ein Vordach vorhanden, könnten darin Einbau- oder Anbauleuchten integriert werden, schlägt Lang vor. Die Leuchten an der Haustür müssten in jeden Fall für den Einsatz im Freien geeignet sein. Erkennbar ist das an der Schutz-Kennzeichnung IP 43.

"Aus Sicherheitsgründen sollte man Zugänge, die mehr als vier Stufen haben, auch mit einem Geländer sichern", ergänzt Woelk. An der Haustür sollte möglichst keine Schwelle sein. Eine weitere Stolperfalle sind Fußmatten vor der Haustür. Bereits bei der Planung lässt sich ein integrierter Bodenrost zum Abstreifen der Schuhsohle einplanen.

Sicherheit meint auch Einbruchschutz: Dafür gibt es genormte Standards, die in "Widerstandsklassen" (WK) von 0 bis 6 eingeteilt sind. Für Privathaushalte empfiehlt die Kripo mindestens WK 2. Jede Widerstandsklasse geht von einem bestimmten Einbrechertyp aus, gegen dessen Arbeitsweise die Tür sicher sein muss. WK 2 nimmt es vor allem mit Gelegenheitstätern auf, die mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher oder Zange versuchen, Türen aufzubrechen. Gegen kriminelle Profis hingegen sind mehr Sicherungen nötig: Scharniere, die sich nicht aushebeln lassen, aufbohrhemmende Profilzylinder, Schutzbeschläge zur Abdeckung des Schlossmechanismusses sowie drei bis fünf Riegel, die beim Türschließen in entsprechende Öffnungen greifen. Wenn Türen Glaselemente haben, sollten diese ab einer bestimmten Größe aus einbruchsicherem Glas sein.