Umfrage

Wie viel Eigenkapital brauche ich?

Für den Eigenkapitaleinsatz beim Hauskauf sind starre Regeln weit verbreitet.

So lautet eine Faustregel, dass ein Drittel des Kaufpreises als Eigenkapital vorliegen sollte. Die Realität aber sieht anders aus: Käufer wählen den Eigenkapitaleinsatz ihren Bedürfnissen entsprechend sehr individuell, zeigt eine Umfrage von Immobilienscout24 und Interhyp.

Danach planen 38 Prozent der Käufer, 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises aus eigener Tasche beizusteuern. 27 Prozent der Befragten will sogar mehr als 40 Prozent investieren, während 11,7 Prozent der Deutschen allein die Kaufnebenkosten mit Erspartem begleichen will - der Rest von fast 90 Prozent wird finanziert.

"Bei der Frage nach der richtigen Eigenkapitalhöhe gibt es keinen Königsweg, die Antwort darauf ist so individuell wie jedes Bauvorhaben selbst", erklärt Robert Haselsteiner (Interhyp): "Neben verfügbaren Eigenmitteln spielen bei den Überlegungen alternative Anlagemöglichkeiten eine große Rolle."

Für einen möglichst hohen Eigenkapitaleinsatz spricht: Je mehr eigene Mittel eingebracht werden, desto weniger Darlehen braucht der Haus- oder Wohnungskäufer. Und je weniger Geld von der Bank benötigt wird, desto günstiger ist der zu zahlende Zins. Hinzu kommt, dass es derzeit nur eine geringe Guthabenverzinsung für Erspartes gibt: Bei niedrigen Tagesgeldzinsen ist es unrentabel, vorhandene Ersparnisse liegen zu lassen.

Die geringen Guthaben- und Baugeldzinsen sind aber auch ein Grund für den Immobilienkauf mit nur wenigen Eigenmitteln. "Wer erst noch Eigenkapital aufbauen müsste, braucht dafür Jahrzehnte" und kennt nicht die Immobilienpreise des Jahres 2030. Gute Chancen, ohne Eigenkapital zu kaufen, haben Erwerber mit solidem und ausreichend hohem Einkommen.