Ratgeber

Wie man sich vor einer Bauträger-Pleite schützen kann

Der Traum vom Eigenheim lässt sich heutzutage vor allem in Städten wie Berlin oft nur mit Beteiligung eines Bauträgers verwirklichen. Doch was passiert, wenn der Bauträger während der Bauphase pleitegeht? Die Direktbank ING-DiBA gibt Bauherren Tipps.

Tritt der Ernstfall ein, kommt es im besten Fall zu zeitlichen Verzögerungen. Meist aber fallen für die Fertigstellung des Gebäudes erhebliche Mehrkosten an, die oft das gesamte Bauprojekt oder seine Finanzierung ins Wanken bringen. Deutlich verringern können Bauherren diese Risiken, wenn sie vor Vertragsunterzeichnung drei wichtige Punkte klären:

Reputation und Solvenz Die einfachste Möglichkeit der Recherche besteht darin, den Namen des Bauträgers und der Geschäftsführer in Internet-Suchmaschinen einzugeben. Vielleicht gab es schon einmal Probleme. Auch der Besuch fertiggestellter Objekte des Bauträgers kann Informationen liefern. Die Adressen der Ansprechpartner sollten aber möglichst nicht nur vom Bauträger selbst stammen. Auch Handwerker vor Ort sind darüber oft gut informiert.

Daten über die wirtschaftliche Lage des Bauträgers erhält man auch bei Wirtschaftsauskunfteien. Deren Angaben müssen jedoch nicht immer auf dem neuesten Stand sein. Auch die Schufa bietet seit kurzem entsprechende Auskünfte an. Ein solventer Bauträger sollte allerdings auch kein Problem damit haben, eine nachprüfbare Eigenauskunft vorzulegen.

Sicherheiten Selbst wenn es nur geringe Zweifel an der Bonität des Bauträgers gibt, sollten vorsichtige Bauherren als Sicherheit besser Bankbürgschaften fordern. So kommt beispielsweise eine Fertigstellungsbürgschaft für die Mehrkosten auf, falls im Pleitefall ein anderes Unternehmen das Objekt zu Ende bauen muss. Eine Gewährleistungsbürgschaft greift immer dann, wenn der Bauträger aufgrund einer Insolvenz nicht in der Lage ist, für die Beseitigung von Baumängeln aufzukommen.

Ratenzahlungen Der Gesetzgeber hat in der Makler- und Bauträgerverordnung genau festgelegt, welche prozentualen Raten während der Bauphase wann gezahlt werden müssen. Dabei setzt jede Ratenzahlung aber voraus, dass die detailliert festgelegten Handwerkerleistungen auch tatsächlich vollständig erbracht wurden. Höhere Vorauszahlungen sind nur zulässig, wenn sie durch eine Bankbürgschaft abgesichert werden, so die ING-DiBa. Befindet sich der Bauträger in akuten finanziellen Schwierigkeiten, können Bauherren das oft an bestimmten (Warn-)Signalen erkennen: Etwa wenn der Bauträger sich immer wieder neue Ausreden einfallen lässt, wenn es darum geht, Bürgschaften seiner Hausbank vorzulegen. Ruhen gar die Arbeiten auf der Baustelle teilweise oder gänzlich, sollten die Alarmglocken läuten. Dann gilt: Erst einmal alle Zahlungen stoppen und einen versierten Rechtsanwalt aufsuchen.