Steuern

Lange Sanierung missfällt dem Finanzamt

Wer ein leerstehendes Mietshaus kauft, sollte mit der Sanierung nicht zu lange warten. Sonst muss er damit rechnen, dass ihm vom Finanzamt unterstellt wird, es gar nicht vermietbar machen zu wollen.

Das Niedersächsische Finanzgericht (Az. 11 K 12069/08) hat in einem solchen Fall den Abzug der entstandenen Kosten als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgelehnt, berichtet die Wüstenrot Bausparkasse.

In dem Fall hatten die Kläger das vorher nahezu unbewohnbare Gebäude in mühevoller Eigenarbeit saniert und dazu fast zehn Jahre gebraucht. Nach Ansicht des Finanzgerichts aber können Werbungskosten nur dann berücksichtigt werden, wenn die Renovierungsarbeiten "zielstrebig" erfolgen, denn nur daraus könne abgeleitet werden, dass das Haus in absehbarer Zeit vermietet werden und Einnahmen erbringen soll. Eine nur subjektive innere Absicht, später mal vermieten zu wollen, reiche nicht aus, solange dies nicht anhand objektiver Umstände dokumentiert werden könne. Das Finanzamt habe den Werbungskostenabzug zu Recht abgelehnt.