Immobilien-Telefon

Mit Brennwerttechnik Geld sparen

Thema: Energiefragen zu Haus und Wohnung

Selbst für einen Anrufer, der sich als "Mann vom Fach" zu erkennen gab, hatte Andreas Becker am Energiefragen-"Immobilien-Telefon" noch guten Rat parat. Der Energieberater für die Verbraucherzentrale Berlin gibt hier Tipps zur Anschaffung einer neuen Heizanlage:

Meine "Heizölvernichtungsanlage" ist 25 Jahre alt. Das Ding tropft wie ein alter Kochtopf, und die Temperaturabsenkung in der Nacht muss ich jeden Abend von Hand selber regeln. Mit anderen Worten: Ich brauche eine neue Heizung. Die soll laut Kostenvoranschlag 15 000 Euro kosten. Das Angebot eines Konkurrenzhandwerkers aber sagt mir: "Brenner austauschen reicht", würde mich nur die Hälfte kosten. Was bei der Entscheidung auch mitspielt: Meine Frau und ich wollen uns eigentlich verkleinern und unser Mehrfamilienhaus verkaufen; ich will also nicht viel ausgeben. Das Haus ist von 1905, hat seit sieben Jahren außen einen Vollwärmeschutz - hellgrüner Bereich im Energiepass. Was raten Sie mir?

Sie wollen bei Öl bleiben?

Ja. Eine Berechnung auf Gas-Basis mit allen neuen Anschlüssen würde mich mindestens 15 Prozent mehr kosten. Außerdem müsste ich meinen alten Kessel entsorgen und für neue Leitungen den Gewerbehof hinterm Haus aufgraben lassen, was riesigen Aufwand und riesige Kosten verursachen würde.

Zum Thema Neuanlage oder Austausch: Die Nutzbarkeit der Brennwerttechnik ist bei Öl deutlich geringer als bei Gas. Während Sie bei Gas gegenüber einem so alten Heizanlagen-Vorgänger 15 bis 20 Prozent Energie einsparen, so ist dies bei Öl weniger, das dürfte bei etwa zehn Prozent liegen. Der Unterschied liegt in rein physikalischen Ursachen bei der Abgasnutzung von Heizöl beziehungsweise Gas.

Eine andere Frage ist natürlich, wie Sie bei den Heizungsfragen einem eventuellen Käufer des Hauses gegenüberstehen - ob er ein Haus mit einer neuen Heizung eher interessant findet als nur mit einem neuen Brenner...

Immerhin: Das Angebot für die neue Heizung steht für eine Anlage mit 68 Kilowatt Heizleistung, schließlich muss ich 600 Quadratmeter Wohnfläche beheizen. Vorher waren es 80 kW.

68 kW? Das sehe ich für eine moderne Heizung als einen ziemlich hohen Wert an.

Die 68 nennt mir der Heizungsinstallateur, und ich bin übrigens auch selbst vom Fach.

Na, dann sind Sie sicher auch in der Lage, dies einmal selbst überschlägig durchzukalkulieren: Rechnen Sie dazu bitte einmal das Raumvolumen zusammen, und bei Ihrer guten Dämmung nehmen Sie diese Zahl dann mal mit 30 bis 35 Watt pro Kubikmeter beheizten Raumvolumens. Also ihre 600 qm mal etwa 2,7 Meter Raumhöhe mal 30 Watt. Dann erhalten Sie ungefähr den Wert, den Sie brauchen - er dürfte bei circa 50 Kilowatt liegen.

Sollte ich bei jeglicher Investitionsentscheidung einen Hydraulik-Abgleich machen lassen?

Das hätte sich eigentlich schon vor sieben Jahren angeboten, als Sie durch die neue Fassadendämmung die Wärmeflüsse innerhalb des Mehrfamilienhauses doch deutlich geändert haben. Damals hätten Sie auch gleich auf Schwachstellen im Haus reagieren können.

Die gibt es tatsächlich. Während ich im ersten Stock des Hauses 21 bis 23 Grad Wärme in den Zimmern habe, sind es im zweiten Stock höchstens 18 Grad.

Genau das ist ein Fall für den hydraulischen Abgleich. Da werden dann die Stränge untersucht und die Durchflüsse neu geregelt. Es kann aber auch sein, dass ein Heizkörper in dem System vielleicht zu klein ausgelegt wurde.

Mehr Tipps folgen hier am kommenden Sonnabend