Fußbodenheizungen

Warme Füße und ein angenehmes Raumklima

Schon die alten Römer wussten eine Fußbodenheizung zu schätzen: Sie sorgt für angenehme Behaglichkeit und ein kuschelig-warmes Gefühl an den Füßen. Heute ist das nicht anders. Längst gibt es Systeme, die die Wohnung oder das Haus ganzjährig zur Barfußzone machen.

Und meist spart man damit sogar noch Geld, denn eine Fußbodenheizung verbraucht weniger als eine gewöhnliche Radiatorheizung mit Wärmekörpern an der Wand.

"Ein Radiator benötigt höhere Vorlauftemperaturen von 50 bis 60 Grad", sagt Joachim Plate vom Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (Hagen): "Fußbodenheizungen dagegen brauchen nur etwa 35 Grad." Somit sei nicht nur die Wärmeerzeugung effektiver, sondern auch der Verteilverlust geringer.

Zudem ist das Wärme-Empfinden der Menschen über eine Fußbodenheizung selbst bei niedrigerer Lufttemperatur angenehmer, weiß Plate: "Die Energieeinsparmöglichkeit liegt daher zwischen acht und zwölf Prozent."

Gefühlte zwei Grad mehr

Moderne Fußbodenheizungen werden nur selten mit Strom betrieben. "Die sind nicht mehr zeitgemäß, weil Strom viel zu teuer ist", sagt Michael Pommer von der Do-it-Yourself-Academy in Köln. Die neuen Systeme sind wasserführend und werden mit Niedertemperatur betrieben. Das sei eine der effektivsten Heizmöglichkeiten: "Weil die Wärme gleichmäßig nach oben abstrahlt, liegt die gefühlte Temperatur bei 21 bis 22 Grad - obwohl die Heizung nur auf 19 Grad eingestellt ist."

Für welches Verlegesystem einer Fußbodenheizung man sich entscheidet, hängt von den Möglichkeiten auf der Baustelle ab. Prinzipiell raten Experten zum Einbau einer Fußbodenheizung beim Neubau. "Nachträglicher Einbau - etwa bei einer Renovierung - bringt oft viel Aufwand und hohe Kosten mit sich", sagt Bertram Abert (Bundesfachgruppe Estrich und Belag im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes) in Berlin.

So kommt etwa das aufwendige, nassverlegende System nur für einen Neubau oder bei einer Kernsanierung im Altbau infrage. "Dann hat man alle Freiheiten zum Einbau einer Fußbodenheizung", sagt Plate. Voraussetzung beim Altbau ist allerdings, dass der Fußboden-Aufbau entfernt wird und es eine Rohbaudecke wie im Neubau gibt.

Wegen der langen Estrich-Trockenzeiten dauert der Einbau dieses Systems zwischen sieben und 21 Tagen. "Zunächst werden ein Wärmeschutz und eine Trittschalldämmung eingebaut, dann werden die Heizungsrohre befestigt, und schließlich wird der Estrich eingebaut", sagt Plate.

Für einen weniger aufwendigen und schnelleren Umbau eignet sich das sogenannte Dünnschichtsystem. Plate erläutert: "Dafür wird auf den Bodenbelag eine Noppenplatte geklebt, die eine feste Verbindung mit dem Untergrund eingeht." Vorteile des Dünnschichtsystems seien eine besonders kurze Einbauzeit und die niedrige Aufbauhöhe von nur etwa zwei Zentimeter. "Es kann allerdings Wärme verloren gehen, wenn im vorhandenen Fußbodenaufbau kein ausreichender Wärmeschutz besteht", erläutert Plate weiter. Denn hierbei wird keine zusätzliche Dämmschicht eingebaut.

Mindestraumhöhe beachten

Ebenfalls zum Nachrüsten eignen sich laut Plate Systeme, die trocken verlegt werden. Sie sind auch vorteilhaft in Altbauten mit Holzbalkendecken, die eine nur geringere Traglast haben. "Dafür werden kombinierte Wärme- und Trittschalldämmplatten benötigt und in die vorhandenen Nuten der Platten die Rohre verlegt." Der Einbau dauere nur zwei bis drei Tage. Allerdings sei der Aufbau mit etwa fünf Zentimetern auch höher als bei den Dünnschichtsystemen. Pommer nennt das Problem. "Der Fußbodenaufbau kann damit zu hoch werden. Normal liegt er bei vier Zentimetern, mit Bodenheizung allerdings bei sechs bis zehn Zentimetern." Das führe dann dazu, dass die Fenster niedriger und die Türen kleiner werden.

Angesichts dieser Tücken muss den nachträglichen Fußbodenheizungs-Einbaus ein Fachmann planen - inklusive Wärmebedarfsrechnung, Berücksichtigung der Tragfähigkeiten des Fußbodens, der Wärmedämmung und der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestraumhöhe.