Ratgeber fürs Sanieren und Modernisieren

Für Dachreparatur reicht die einfache Eigner-Mehrheit

Schneefreie Stellen auf dem Dach oder Eiszapfen an der Regenrinne waren in den vergangenen Wochen oft ein Zeichen für eine schlechte oder beschädigte Wärmedämmung. Der Eigenheimbesitzer bestellt jetzt den Handwerker - in Eigentumswohnanlagen aber ist das nicht so einfach zu regeln, informiert der Verein "Wohnen im Eigentum" (Bonn).

Ist das Dach reparaturbedürftig und wollen Wohnungseigentümer bei der Reparatur das Dach dämmen, können sie dies als modernisierende Instandsetzung mit einfacher Mehrheit beschließen. Allerdings muss die Maßnahme wirtschaftlich sein. Das heißt: Sie muss sich binnen zehn Jahren amortisieren.

Müssen allerdings mehr als zehn Prozent der Dachfläche repariert oder erneuert werden, entfällt das Kriterium Wirtschaftlichkeit. Denn die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) verlangt in solch einem Fall eine energetische Sanierung und setzt dafür Bedingungen. Weil durch solch eine Wärmedämmung eine gesetzliche Vorschrift erfüllt wird, handelt es sich dann um eine "Maßnahme ordnungsmäßiger Verwaltung", die von jedem einzelnen Eigentümer verlangt und auch mit einfacher Mehrheit beschlossen werden kann.

Ist das Dach aber intakt, gilt freiwillige Wärmedämmung als Modernisierung: Drei Viertel aller stimmberechtigten Eigentümer und mehr als die Hälfte aller Miteigentumsanteile müssen dem Projekt dann zustimmen.

Mehr Infos zu Instandhaltung, Modernisierung und "baulichen Veränderungen" enthält der Ratgeber "Modernisierungs-Knigge für Wohnungseigentümer". Für 19,90 Euro (inkl. Versandkosten) erhältlich beim Verein (Thomas-Mann-Str. 5, 53111 Bonn), Mail: kundencenter@wohnen-im-eigentum.de , Tel. 0228/629 79 98 bestellt werden.