Tipps

Die richtige Immobilie für uns

Der richtige Standort ist besonders wichtig - jedenfalls beim Thema Wohneigentum. Denn die Lage einer Immobilie bestimmt wesentlich ihre Wertentwicklung. Die sorgfältige Suche nach dem perfekten "Platz an der Sonne" lohnt sich also, weiß auch die Bausparkasse Badenia und gibt ebenso Tipps zur Standortwahl wie Experten der Direktbank ING-DiBa. Wir haben die Anregungen zusammengefasst:

Der Wohlfühlfaktor: Nur der Wertentwicklung wegen als Naturliebhaber mitten in die Großstadt ziehen? Das geht natürlich schief. Bei der Wahl sollte man sich vielmehr von seinen individuellen Vorlieben leiten lassen. Das Zauberwort heißt hier Lebensqualität, und die kann für manchen bei einem Eigenheim im Grünen höher liegen als in der City. Ein Umfeld ohne Lärm, Staub oder Geruch und eine niedrige Kriminalitätsrate sind viel wert. Dazu kommt ein hoher Freizeitwert, etwa durch Wälder, Seen, Grünanlagen oder Naherholungsgebiete. Und gibt es ein gutes kulturelles und sportliches Angebot?

Langfristig denken

Wichtig: Der Wohlfühlfaktor muss auch langfristig stimmen. Man sollte also unbedingt bei Gemeinde- oder Stadtverwaltung nach etwaigen Bauvorhaben fragen, damit nicht auf einmal die neue Umgehungsstraße direkt vor der Haustür liegt.

Der Wirtschaftsfaktor : Ein Haus ist etwas fürs ganze Leben - und das besteht großteils aus Arbeit, was bei der Standortwahl unbedingt berücksichtigt werden sollte. Wenn also in der Umgebung oder Region kaum Arbeitsplätze vorhanden sind, spricht dies nicht für eine nachhaltige Preisentwicklung der Immobilie. Denn wenn ich schon keine Arbeit hier finde, wer sollte dies sonst tun - und später einmal genug Geld oder ein geregeltes Einkommen mitbringen, um meine Immobilie zu kaufen?

Befindet sich der Standort in einer strukturstarken Region mit breitem Branchenmix und unterdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit? Gibt es ein großes Angebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen? Hat die Kommune konstante oder gar steigende Einwohnerzahlen? Einen dauerhaften Rückgang sollte man schon als kleines Alarmsignal sehen und zumindest einmal nachfragen. "Je günstiger die Jobperspektiven in einer Region, desto höher die Nachfrage nach Wohnraum und desto besser die Aussicht, beim Verkauf einer Immobilie einen marktgerechten Preis zu erzielen", sagt Jochen Ament von Badenia.

Der Strukturfaktor : Gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten? Sind Arztpraxen und Apotheken in der Nähe? Gibt es ausreichende Kinderbetreuungs-Möglichkeiten sowie Grund- und weiterführende Schulen, die die Kleinen auch allein erreichen können? Ist der Standort mit regelmäßigen Verbindungen an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen und besteht im näheren Einzugsbereich ein Autobahnanschluss? Wer übrigens bei der Immobiliensuche sich über den gerade vorbeifahrenden kleinen Kiez-Bus freut, sollte die nächste Haltestelle aufsuchen um nachzusehen, ob diese Linie auch an Samstagen und Sonntagen im selben Minuten-Takt oder überhaupt nicht außerhalb der üblichen Werktags-Zeiten verkehrt.

Der Förderfaktor : Zwei große Vorteile des Eigenheims auf dem Land gibt es: Die Lebenshaltungskosten sind deutlich geringer als in der Stadt, und man muss für die eigenen vier Wände nicht so tief in die Tasche greifen wie beispielsweise in der Metropole. Dafür müsste man aber auch gegenrechnen, wie viel Fahrtkosten das ländliche Domizil kostet, wenn man einen Job nur in der City findet - und was dann auch der Zweitwagen für den Ehepartner kosten wird.

Der Mikrolage-Faktor: Selbst innerhalb desselben Stadtviertels können die Preise erheblich voneinander abweichen, weil bestimmte Faktoren die Wohnlage positiv oder negativ beeinflussen.

Macht das Wohnumfeld insgesamt einen gepflegten Eindruck? Hier sollte man es nicht nur mit einem Besuch am Wochenende bewenden lassen, sondern am Montag und am Donnerstag noch einmal nachsehen. Wo sich die Straße noch am Sonntagnachmittag noch voll freundlicher Menschen bei der entspannenden Gartenarbeit zeigt, da kann sich dies am Montagmorgen um 7 Uhr zur Ausweichstrecke für die 200 Meter entfernte und stets verstopfte Hauptstraße wandeln.