Haftpflichtversicherung

Wenn im Heizungskeller der Öltank leckt

Trotz steigender Preise ist Heizöl nach wie vor ein beliebter Energieträger. 6,3 Millionen Immobilienbesitzer hierzulande haben eine Ölheizung mit dazugehörigem Tank, der meist 2000 bis 3000 Liter Öl fasst - und der Jahr für Jahr älter wird. Bekommt der Tank ein Leck, kann es schnell extrem teuer werden.

Was Hausbesitzer wissen sollten: Als Eigentümer sind sie auch für das Erdreich und Grundwasser unter dem Gebäude verantwortlich.

Viele Öltanks stehen im Keller oder in einem separaten Heizraum, andere wiederum sind in den Erdboden eingelassen. Gelangt Heizöl im Schadensfall in den Boden oder ins Grundwasser, muss der Eigenheimbesitzer für die finanziellen Folgen aufkommen. "Das Wasserhaushaltsgesetz sieht eine ,verschuldensunabhängige Haftung' für Personen, Sach- und Vermögensschäden Dritter vor, wenn Heizöl ins Grundwasser gelangt", erklärt dazu der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft. Im Klartext: Selbst wenn der Eigentümer Fachleute engagiert, die den Tank regelmäßig warten und kontrollieren, muss er für Schäden gerade stehen.

Schon ein Liter Öl kann eine Million Liter Grundwasser verschmutzen. Ein kleines Leck kann also einen riesigen Umweltschaden auslösen, der Unsummen kosten kann. Und selbst wenn das Grundwasser unversehrt bleiben sollte, muss verschmutztes Erdreich ausgebaggert, abgefahren und als Sondermüll entsorgt werden - und das alles auf Kosten des Eigentümers. Mittels einer Öltank-Haftpflichtpolice, auch als "Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung" bekannt, kann man sich dagegen absichern.

Einen solchen Versicherungsschutz haben allerdings die wenigsten Ölheizungs-Besitzer: Ganze zehn Prozent der Besitzer von Häusern mit Ölheizung haben nach Angaben der Stiftung Warentest eine Öltank-Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

Dabei sind die Policen gar nicht teuer: Die Versicherungsprämie hängt vom Volumen des Tanks und der Einbauart ab. Für einen oberirdischen Tank mit bis zu 5000 Litern Fassungsvermögen gibt es den Versicherungsschutz schon ab 30 Euro pro Jahr. Für unterirdisch eingebaute Tanks werden etwa 40 Euro Versicherungsprämie im Jahr fällig.

Manchmal - meist in Premium-Policen - ist der Versicherungsschutz auch in der Privat- oder Wohngebäude-Haftpflichtversicherung enthalten. Verbraucherschützer raten Hausbesitzern daher, sich ihre Vertragsbedingungen genau durchzulesen und gegebenenfalls nachzubessern. Die Versicherungssumme sollte dabei mindestens drei Millionen Euro betragen, dazu rät die Stiftung Warentest (Berlin).

Eine solche Police ist nicht nur für Eigentümer eines Einfamilienhauses sinnvoll. Auch Vermieter, ob im Ein- oder Mehrfamilienhaus, sollten sich so absichern. "Mitversichert sind auch Kosten zur Abwendung eines drohenden Gewässerschadens und Kosten für die gerichtliche Abwehr unberechtigter Schadenersatzforderungen", erläutert Matthias Schulz, Versicherungsmakler aus Verden: "Neben Fremdschäden übernehmen viele Versicherer im Ernstfall auch Schäden am eigenen Haus."

Statt eine separate Öltank-Haftpflichtversicherung abzuschließen, können Hausbesitzer sich auch überlegen, ihre aktuelle Privat- beziehungsweise Wohngebäude-Haftpflichtversicherung zu kündigen und zu einem Anbieter zu wechseln, der in dieser Versicherung auch das Öltank-Risiko mitversichert. Oft ist dies die günstigere Alternative. Der Wechsel ist einfach: Meist laufen Versicherungsverträge ein Jahr, man muss sie einfach drei Monate vor Ablauf kündigen.

Unabhängig vom Versicherungsschutz gelten in jedem Fall strenge Sicherheitsvorschriften für die Installation und den Betrieb von Ölheizungen. Freikaufen kann man sich davon nicht. Denn wenn man einen Schaden grob fahrlässig mitverschuldet, übernimmt der Versicherer nur einen Teil der Kosten.

"Neben Fremdschäden übernehmen viele Versicherer auch Schäden am eigenen Haus"

Matthias Schulz, Versicherungsmakler