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Vererbtes Wohnrecht kann Schenkungssteuer kosten

Ein vererbtes Wohnrecht kann steuerliche Folgen haben. Das geht aus einer Entscheidung des Niedersächsischen Finanzgerichts (Az. 3 K 293/09) hervor. Wenn ein vererbtes Wohnrecht auf den Haupterben der Immobilie zurückübertragen wird, muss er Schenkungssteuer zahlen.

In dem Fall legte der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses im Testament in einer Wohnung ein lebenslanges Wohnrecht für seine Lebensgefährtin fest, berichtet der Deutsche Anwaltverein. Nach seinem Tod wohnte die Frau zunächst dort, zog dann aber in eine andere Stadt. Auf ihr Wohnrecht verzichtete sie zugunsten des Sohnes des Verstorbenen, der das Haus geerbt hatte. Prompt verlangte das Finanzamt von ihm Schenkungssteuer.

Wer eine "freigebige Zuwendung" wie den Verzicht auf ein Wohnrecht geschenkt bekommt, dann fällt dafür Schenkungssteuer an, befanden die Richter; schließlich werde der Beschenkte bereichert: Das Wohnrecht sei ein Vermögenswert, der ohne Gegenleistung an den neuen Hauseigentümer gegeben wurde.