Technik

Bewegungsmelder als Energiespar-Tipp

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Marion Meyer-Radtke

Es gibt sie schlicht in Weiß aus Plastik oder im gebürsteten Stahldesign, für 15 und für 150 Euro. Bewegungsmelder boomen. In den vergangenen Jahren haben sich die Geräte zum Verkaufsschlager entwickelt: Die Branche berichtet von Umsatzwachstum in zweistelliger Höhe.

Viele Hausbesitzer wollen nicht mehr auf die Eingangslampe verzichten, die sich ohne Griff zum Schalter ganz von selbst und nur bei Bedarf einschaltet.

"Gerade in Verbindung mit der LED-Technik hat uns der Bereich Bewegungsmelder zuletzt gegenüber dem Jahr 2009 eine Wachstumssteigerung von 48 Prozent gebracht", sagt Burkhard Voigt, Verkaufsleiter beim Hersteller GEV (Hannover). Denn: "Kombinationen aus Bewegungsmelder, LED und Solartechnik sind so sehr nachgefragt, dass wir mit der Lieferung kaum hinterher kommen."

Einst sah man auch in dieser Firma diese Geräte vor allem im Zusammenhang mit Sicherheitstechnik vom Brandmelder bis zur Gegensprechanlage an der Haustür. Die Idee, dass man Bewegungsmelder auch als bequemen Ersatz für Lichtschalter und sogar zum Energiesparen nutzen könnte, setzte sich erst nach und nach durch. Inzwischen stehen diese neuen Aspekte für viele Käufer im Vordergrund.

"Die Technologie ist etabliert, aber die Energieeffizienz-Diskussion hat der Nachfrage einen großen Schub gegeben", sagt Klaus Jung, Geschäftsführer des Fachverbands Elektroinstallationsgeräte im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: "Selbst im Krisenjahr 2009 sind die Umsätze mit der Zeitschalttechnik und mit Bewegungsmeldern in Deutschland noch gestiegen." Immer mehr Privatleute bauen nicht nur im Garten, sondern auch in Keller und Bad die Leuchten mit Bewegungsmeldern ein, um Strom zu sparen.

Auch auf den professionellen Bereich setzen Unternehmen. "Zu Hause braucht man vielleicht zwei Bewegungsmelder draußen und zwei, drei Sensorleuchten drinnen. Aber wenn ein Bürogebäude oder eine Schule eingerichtet werden, geht es um sehr viele Sensoren und erhebliche Investitionen - die sich trotzdem schnell amortisieren," sagt Thomas Möller (Firma Steinel, Herzebrock-Clarholz).

Denn durch die Kombination von LED, Präsenzmelder und Dämmerungssteuerung lässt sich der Stromverbrauch deutlich reduzieren. Neben Investoren und Firmen haben deshalb auch die Kommunen das Sparpotenzial von Sensoren erkannt: Angeschoben durch das Konjunkturpaket der Bundesregierung ersetzen sie in Turnhallen oder Kindergärten klassische Lichtschalter zunehmend durch Bewegungsmelder.

Der Boom bringt auch etwas für Konjunktur und Arbeitsmarkt. Denn oft kommen die Aufträge deutschen Firmen zugute, sie dominieren den europäischen Markt. Von etwa 200 Branchenunternehmen kommen 160 aus Deutschland. "Wir haben eine starke mittelständische Struktur, die auch im Export erfolgreich ist", sagt Jung. Dabei ist der deutsche Binnenmarkt noch ausbaufähig. "Andere Länder wie Schweden und die Schweiz sind uns mindestens fünf Jahre voraus", sagt Möller: "Wenn ich abends durch irgendeine deutsche Stadt fahre, sehe ich lauter leere, aber voll beleuchtete Bürohäuser."

"Kombinationen aus Bewegungsmelder, LED und Solartechnik sind sehr nachgefragt"

Burkhard Voigt, Verkaufsleiter bei GEV