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Handwerker finden mit Online-Börsen

Egal ob die Wartung der Heizung, das Tapezieren der Wohnung oder die Reparatur der Waschmaschine: All das gibt es nicht nur beim Handwerker um die Ecke, sondern auch im Internet. Bei Online-Handwerkerbörsen wie beispielsweise My-hammer, Blauarbeit, Jobdoo oder Quotatis kann man solche Arbeiten ausschreiben.

Registrierte Handwerker können sich dann für den Auftrag bewerben. Allerdings sind solche Börsen nach Meinung von Experten nicht für alle Aufträge geeignet. Verbraucher sollten zudem darauf achten, ihre Ausschreibung möglichst genau zu beschreiben.

Als vor fünf Jahren die ersten Handwerker-Onlinebörsen in Deutschland aufkamen, galt noch das Prinzip der Rückwärtsauktion. Die Anbieter mussten den vom Auftraggeber genannten Preis unterbieten. Meist bekam der Handwerker mit dem günstigsten Angebot dann den Zuschlag. Das habe sich aber nicht als sinnvoll erwiesen, erklärt Jan Bruns, Redakteur der Zeitschrift "Computer-Bild": "Ich gehe ja im realen Leben auch nicht zu drei Handwerkern und muss dann das günstigste Angebot nehmen."

Und so hat sich das Prinzip inzwischen gewandelt. Bei den meisten Börsen kann der Nutzer nun das Angebot auswählen, das ihm am meisten zusagt. Die Ausschreibung ist für den Kunden bei allen Portalen kostenlos. Erst wenn der Auftrag erteilt wird, zahlt der Auftragnehmer meist eine Provision an die Handwerker-Börse. Auch gibt es online heute Spezialisten-Seiten wie etwa unter www.dachdecker.com aus Berlin, wo alle ans Portal angeschlossenen Betriebe die Möglichkeit haben, einen Kostenvoranschlag an den anfragenden Kunden zu übermitteln.

Eher für einfache Arbeiten

"Ganz pauschal kann man sagen, dass leichte und nicht allzu komplexe Arbeiten für Handwerkerbörsen geeignet sind", sagt "Computer-Bild"-Redakteur Bruns. Die Zeitschrift hat Handwerkerbörsen unter die Lupe genommen und mit Angeboten von Handwerkern vor Ort verglichen. Dabei ergab sich, dass Verbraucher im Internet deutlich sparen können. So verlangte ein örtlicher Betrieb für einen Umzug mehr als 1500 Euro. Bei einem Portal hätte man dafür 650 Euro bezahlt - 58 Prozent weniger. Sogar 79 Prozent hätte der Auftragnehmer bei einer Installation von Steckdosen und Schaltern gespart.

Wer hingegen sein Dach komplett ausbauen oder den Garten neu gestalten lassen will, stößt bei den Börsen schnell an die Grenzen. Denn bei solchen komplexen Arbeiten sei es für den Laien schwierig, die unterschiedlichen Gewerke präzise genug zu beschreiben, um vergleichbare Kostenangebote zu erhalten, sagt Bruns.

Eine unzureichende Beschreibung wiederum kann für den Auftragnehmer fatale Folgen haben, erklärt Bruns. "Das kann dann deutlich teurer werden." Wichtig sind auch die Angaben, die die Handwerker in ihrem Angebot machen. Skeptisch werden sollte man immer, wenn bei der Beschreibung von Flächen etwa für das Verlegen von Fliesen ungenaue Angaben gemacht werden. "Die Flächen-Angabe ist dann offen", erklärt Christian Michaelis (Verbraucherzentrale Baden-Württemberg). Wenn die tatsächliche Zahl der Quadratmeter dann größer ist, steigert das auch die Höhe der Endabrechnung.

Aber man sollte nicht nur auf den Preis schauen: "Egal ob realer oder virtueller Markt, es sollte nicht am falschen Ende gespart werden", meint Alexander Legowski (Zentralverband des Deutschen Handwerks, Berlin): "Vermeintliche Preisschnäppchen stellen sich hinterher oft als teuer heraus, falls aufwendige Nacharbeiten nötig werden und der ursprüngliche Auftragnehmer dafür nicht in Verantwortung genommen werden kann."

Damit Auftraggeber die Qualität der Anbieter einschätzen können, zeigen die Handwerker in ihren Profilen oft Qualifikationsnachweise. Dazu gehört auch der Meisterbrief, der nicht mehr in allen Handwerksberufen Pflicht ist. Das kann nach Angaben von Michaelis zumindest ein Anzeichen für Qualität sein. Doch die Beauftragung eines Meisterbetriebes bedeute noch lange nicht, dass dann auch der Meister selbst die Arbeiten ausführt.

Sinnvoll sind auch die Anbieter-Bewertungen anderer Nutzer, erklärt Bruns: "Sie sind oft sehr aussagefähig." Michaelis rät zudem, sich bei den im jeweiligen Profil genannten Kunden über deren Erfahrungen zu informieren.